Nachdem ja schon einige Zeit seit der Geburt unseres kleinen Gregors in die Lande gegangen ist, war es für mich, den Vater, Zeit, all die Ereignisse während der durchwachten Nächte (da hat man je eher wenig zu tun) Revue passieren zu lassen.

Ich dachte an unseren kleinen Urlaub in Bad Kissingen, an die ersten Fahrten im neuen Auto mit neuem Kind, an die ersten Besuche der Onkels, Tanten und Grosseltern, und an ein Konzert im Dom (Paulus) vier Tage nach der Geburt, bei dem ich tatsächlich im Orchester sitzend, einnickte.

Aber mir fiel auch noch etwas anderes ein. Wir wohnten mit dem kleinen Gregor noch in Bensberg im Elternzimmer, als uns von der betreuenden Hebamme eine kleine Broschüre ans Bett gebracht wurde mit dem verlockenden Titel: “Verhütung und Sexualität nach der Geburt”

Wir bekamen diese Broschüre später wieder abgenommen-ohne nennenswerte Lernfortschritte verbucht zu haben (Kostendämpfung wahrscheinlich- eine muss drei Monate reichen!)und ohne diese besonders intensiv studiert zu haben. Lediglich eines war klar:

Stillen verhindert die Empfängnis nicht! Einige unserer Freunde verdanken ihre Existenz der Tatsache, dass es in den 1970er Jahren solche Broschüren wohl nicht gab. Und: Es musste einen Grund geben, warum ein intensives Studium der Texte obsolet ist.

Aber was verhindert denn nun eine Empfängnis? Eine Freundin aus Jugendtagen schockte ihre erzkatholischen Eltern einst, als sie von einer Studienfahrt in der 12. Stufe nach Mèze in Südfrankreich mit einem T-Shirt zurückkam, welches den Aufdruck “Möchtest richtig du Verhüten, nimm MELITTA Filtertüten!” trug.

Dieses witzig gemeinte Bonmot veranlasste die Eltern zu unrecht, an der moralische Unversehrtheit ihrer Tochter zu zweifeln (die 10 Jahre später einen todlangweiligen Mathematiker heiratete).

Aber wie gehts denn nun? Die Wahrheit scheint mir ziemlich simpel zu sein. Könnt Ihre Euch noch an die lustigen Aufkleber erinnern, die eine zeitlang Autos (vornehmlich Audi Avant A4-A6, TT, Mercedes Kombi, Porsche 911 in hässlichen Farben, tiefer, Turbo-Optik) zierten?

“Hast Du noch Sex oder golfst Du schon?”

Das bester Verhütungsmittel ist das Kind selbst! Heureka! Besonders, wenn es das Schlafzimmer der Eltern bewohnt!

“Hast Du noch Sex oder hast Du schon Kinder?”

Eine ménage à trois stellt man8(n) sich eben doch anders vor.

Zugegeben, diese Frage ist nicht besonders neu, aber da Daniela und ich diese kleine Diskussion über die männliche Identität und die Erwartungen bzw. das auszufüllende Rollenbild des Mannes gerade gestern Abend führten, passt dieser Artikel wie die Faust auds Auge:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,653187,00.html

Unser Kind ist bisher noch kein offizielles Mitglied der katholischen Kirche, auch wenn es sicherheitshalber von mir als Christ in die christliche Gemeinschaft aufgenommen und mit Namen versehen wurde. Sowas kann man sicher als Nottaufe bezeichnen- ich finde aber, dass unser kleiner Gregor gleich da willkommen geheissen werden könnte wo er herkommt und hingehört und wenns durch Laien ist.

Obgleich das Sakrament der Taufe auch von Laien gespendet werden darf (Laienzauber) wollten wir doch, dass unser Kind auch von einem offiziellen Repräsentanten der fraglichen Organisation aufgenommen wird.

Wir hatten uns gedacht, dass dies ein uns bekannter, netter Pater in einem uns bekannten netten Kloster machen könnte- soweit so gut. Aber Mutter Kirche ist da leider ein bisschen komplizierter:

Wir wurden also in dem fraglichen Kloster vorstellig und fragten uns so durch- bis wir zum Stiffmaster of Church- dem Rector Ecclesiae durchdrangen. Ohne unser Anliegen direkt abschlägig zu bescheiden fragte er uns, ob wir denn schon mit unserem Pfarrer bezüglich der Taufe gesprochen hätten. Hatten wir natürlich nicht- wir wollten ja in Knechtsteden taufen lassen. Also liessen wir uns das Procedere erklären:

Zunächst einmal gehört jede potentiell zu errettende Seele der Pfarrei oder dem Pfarrverband, dem die kirchensteuerzahlenden Eltern angehören (wie das aber mit Seelen nicht kirchenstauerzahlender Eltern und Kinder ist ist unklar). Das wieder eine zu errettende Seele aufgelaufen ist, erfahren die Pfarrämter vom Standesamt des Geburtsortes des Kindes (Jaaaa, wir sind gut verwaltet!).

Die Kerbe, die sich die Pfarrei für die nun errettete (getaufte) kleine Seele ins Holz der Sakristeitür schnitzt (so wie Winnetou für jeden seiner getöteten Feinde eine Silbernagel in seine Büchse schlägt), scheint Gegenstand eines Wettbewerbes zu sein.

Will man die kleine Seele nämlich in einer anderen Pfarrei erretten (taufen) lassen, muss man den Pfarrer der Heimatpfarrei erst fragen, ob er auf o.g. Kerbe in der Tür verzichtet. Bei unbeliebten Pfarrern ist da natürlich die Statistik versaut, wenn alle abhauen, denn irgendwann sind auch schon die Bestände abgebaut (Beerdingug- die Seele kommt an ihren Ursprungsort zurück- oder auch nicht-siehe Fegefeuer) und ruck zuck ist auf dem Seelenkonto ein dickes rotes Minus (Malus).

Und damit man nicht so einfach abhauen kann als kindliche Seele müssen die kirchensteuerpflichtigen Eltern sich einen “Entlaßschein” (Ehrlich, kein Witz!!) ausstellen lassen, um dann die Seele in einer anderen Pfarrei retten zu lassen.

Da muss man dann die Taufe anmelden und die Paten. Und nun kommt Verwaltungsakt II:

Pate oder Patin sein- als Voraussetzung reicht nicht, dass Du christlich getauft bist- NEIN! Pate, bringe Deinen “Patenbrief” (Auch hier- kein Witz), der von Deiner jeweiligen Heimatpfarrei ausgestellt wird, so Du denn kirchensteuerpflichtig bist!

Jaa, wir sind gut verwaltet. Mutter Kirche hat doch von den Preußen viel lernen können. Nur dass es kein Bürgeramt mit grosszügigen Öffnungszeiten gibt, sondern nur Pfarrämter, die oft an jedem Montag mit ungeradem Datum nach Vollmond von 16:45 Uhr- 17:15 Uhr geöffnet sind.

Onlineanträge gibts nicht. Da hilft nur Beten!

Und hier noch ein paar Gründe gegen Kinder: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-47378-2.html

Das Stillen eines Babys soll im Mutterleib verschiedene glücklichmachende Hormone freisetzen und zudem das Körpergefühl von Mutter und Kind positiv beeinflussen. Stillen beugt Allergien vor, versetzt das Kind in eine geradezu traumhafte Abwehrlage (zur Verbesserung der Gesundheit sollte wohl jeder Arbeitnehmer gestillt werden) und insgesamt soll Stillen irgendwie sehr gemütlich und entspannend sein.

Da wird Mann doch neidisch, oder?

Alle Stillenden, die ich kenne, widersprechen mir vehement. Kein Grund neidisch zu werden. Einzig der Entspannungsfaktor käme in Frage, da nach dem Stillen alles vergessen sei, was man sich vorher ausgedacht habe- eben Stilldemenz.

Aha- was wollte ich nochmal schreiben (Demenz wg. Schlafmangels)?

Hmmmmmm:

Ich übernachte schon seit einiger Zeit wieder im gemeinsamen Bette und bekomme so vom Stillen nur die Geräuschkulisse (BRÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ-SchmatzSchmatzSchmatz-Prrrrrrrrrrrrrrhuihintenraus) und nicht die tollen Hormone und Körpergefühle mit (wenn sie denn exixtieren).

Dafür wird mein Horizont in eine andere Richtung erweitert:

Dinge, die ich früher verschlief, werden nun an meine halbwachen Ohren gelassen: Nächtliche Badeorgien, heimkommende Betrunkene und: Sex. Körperliche Liebe in akustischer Form. Leider nicht immer besonders anregend.

Ich begann das ganze wahrzunehmen, als sich vor ein paar Wochen so gegen 3:30 Uhr ein Paar in der Nachbarschaft ehrlich und lautstark bemühte, sich gegenseitig Lust zu verschaffen- was gelang. Dies wiederholte sich eine halbe Stunde und wiederum ein paar Tage später.

Derzeit lauere ich auf die Gelegenheit, nach Abschluß des Aktes auf den Balkon zu gehen, zu Applaudieren und “Da Capo!” zu schreien, um so die vielleicht erneut aufkommende Libido zu unterdrücken.

Unsere homosexuellen Hausgenossen verabschiedeten sich ja seinerzeit mit einem lauten Knall, als sie in sexueller Raserei das Bettsofa pulverisierten und sich nachher darüber stritten, wie blöd man sein müsse, um sowas hinzukriegen. (Das war so laut, da brauchten wir kein Kind zum Wecken- ist auch schon ein paar Jahre her!)

Unsere neuen Hausgenossen sind eher der Firma Singer zuzuordnen. Schnell, kurz, abgehackt und viele Ansätze- verdammt, schraub doch mal einer das Bett fest!!

Nun kommt bald der Winter, und die Fenster werden wohl wieder geschlossen sein. Puuh. Leider trägt Beton den Schall so gut…

Da wir in einer gegend mit vielen Netzwerken wohnen, sollten wir wohl unser Netzwerk zur subtilen Warnung an die Nachbarn umbenennen:

-wecanhearyouhavingsex-

Derzeit ist das Hobby unseres kleinen Gregors, seine Hand komplett in den Mund zu bekommen- solange da noch keine Zähne sind, stehen die Chancen derzeit recht gut, schlecht allerdings, wenn beim Tricksen einzelne Finger zu tief in den Rachen geschoben werden, dass man würgen muss.

Egal, wer nicht wagt, der nicht gewinnt- Nachdrücken, Würgen und das Ganze nochmal von vorne! Das muss doch einfach klappen!

Ich als Zahnarzt kenne das Problem.

Aber darum soll es nicht gehen.

Viele der Leserinnen haben Männer aus erster Hand nie in dem Alter zwischen Kindheit und Pubertät erlebt. Diejenigen, die diese Sorte Mensch kennengelernt haben  (auch der Autor- Selbsterfahrung und zwei jüngere Brüder) weis um deren hohe Affinität zu festen Ausscheidungen (Stuhl!):

Man(n) tritt mit Genuss und nackten Füßen in frische Kuhfladen (Solte man aber auch mal als Frau gemacht haben), sammelt mit Begeisterung (?) Pferdeäpfel für Mamas Gemüsebeet, beschmeisst sich gegenseitig mit angetrocknetem irgendwas von diversen Pflanzenfressern (ausgesprochen spassig- wie Gotcha- macht aber schwere Flecken) und seziert Gewölle von Greifvögeln zusammen mit Vaddern auf Muttis gutem Porzellan in der Küche (auch heute gerne noch, wenigstens mit den Fußspitzen am Wegesrand)

Sprengt an Neujahr mit gefundenen Knallern die Hundehaufen in der Anlage und hasste es nach wie vor trotzdem, in sie reinzutreten- das ist genau die Altersgruppe.

Man zieht sich auf, weils auf dem Klo stinkt, und stellt “`ne Stange Nougat in die Schüssel” oder “seilt einen ab.”

Ladies, keine Angst, das geht vorbei. Dachte ich.

Es geht vorbei. Und kommt wieder: Wenn das erste Kind da ist. Und dann packt das Virus auch euch Frauen!

“Hat er schon Drückerchen gemacht?” ” Du, die Kaka sieht komisch aus!” “Mann, hat der Kleine die Windel schon wieder voll gemacht!” “Fein hast Du Kaka gemacht, Butzele!”

Hurra, Pupsi Hansi- da ist sie wieder, die Faszination! “Heute wars ein bisschen heller!” Gestern wars aber viieel dunkler!”

“Wie schön, dass das Kind so toll Kacken kann!”

So ist es.

http://www.chilloutzone.to/video/marshmallow-splatter.html

Ich komme von der Arbeit nach Hause.

Die beste Ehefrau von allen hat etwas köstliches gekocht, das Kind ist so höflich und wartet das Essen ab, um dann noch aufzuwachen, um irritiert erst die Wand mit Kalender und dann seinen Erzeuger anzusehen und erstmal nach dem Nucki zu schreien.

Beim Applizieren des Nuckis kommte der Erzeuger nahe genug an das Gesicht des Säuglings und dieser merkt: Den Typ kenne ich irgendwoher. Fragen wir mal nach.

G: “Guuuuuhh hiip” (Süssssss!)

P: “Ganz richtig, ich bin Dein Vater. War die ganze Zeit auf der Arbeit. Wie geht´s Dir, mein Kind?”

G: “Ghhhhhhh” (sehr leise, lacht)

P: “Bei mir wars auch ganz gut für einen Montag mit Kursbeginn-Du kannst Dir nicht vorstellen, was die Studis allen wieder nicht wissen! Komplett die Festplatte gelöscht in drei Wochen!”

G: “Baaahhjeeeeeei!” (laut, lacht wieder)

P: “Genau, das ist wie in die Windel kacken, ohne zu wissen, was man macht! Sowas gehört verboten. Was gab denn bei Dir zu Essen, ich hatte Brötchen und nachher gefüllte Paprika (ohne Zweibeln) mit Reis.”

G: “ÖrrrrrrrÖrrrrrrrrli” (Schluckauf, angedeutet)

P: “Nein, Mundgeruch sagt man mir nicht nach, aber Du stinkst ein bisschen aus der Luke!”

G: “Hmmmmmmmmmmmmmmui” (seeeehr leise)

P: “Hmmm, so ´ne schöne Milch ist aber auch toll.”

G: “BLB” (sehr feucht vorne) “Prrrrrrrrrrrhui” (trocken hinten)

P: “Bin auch froh, dass die Leichtathletik-WM vorbei ist, so dolle war es ja auch nicht.”

G: “BRÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ”

P: (singend) “Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren, müssen Männer mit Bärten sein! Alle die Weiber und Branntwein mögen, müssen Männer mit Bärten sein! Jan und Hein………. (darunter Bordun BRÄÄÄÄÄÄÄ bei hochrotem Kopf und weiten Pupillen-Atropin und junge Maid machen die Pupillen weit…..)

P: (singend) “Lange Samstach in dä Citi, Papp und Mamm de jonn mem Titti… (BRÄÄÄÄÄÄ)

G: (lauter werdend) “BRÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ!!!!!!

P: “Ech mööch su jään ens kriesche, doch kriesche darf mer net! Schon als kleine Jung weed de jesaat, Indianer kriesche net! Ech mööch su jään ens kriesche, weil et mer manschmol danoch ess……”

G: (FFF!) BRÄÄÄÄÄÄÄÄÄ!!!!!!

Nun wird der Kleine an die Mutterbrust gegeben. Soviel zu Männergesprächen.

Meistens ist unser Gregor ziemlich brav und beschäftigt sich zufrieden mit sich selbst, doch heute ist er unleidlich. Papa hat Wochenende und kann sich kümmern, wir gehen spazieren, hören ein bisschen Dixieland- bis eben hat das gereicht.

Nun läuft er aber nicht mehr rund- vielleicht weil die Elties müde sind und schon den anstürmenden Montag spüren. Oder, weil die Elties müde sind und merken, dass sie am ganzen Wochenede nichts geschafft haben, was sie sich vorgenommen haben ausser dem Baden des Kindes und des Schneidens seiner messerscharfen Fingernägel.

Auf der Suche nach Lösungen hilft uns ein Mobile, das wir von Tante Irmgard, die eigentlich eine Cousine 2. Grades meiner Mutter ist, schon ein bisschen weiter.

Leider funktionieren Mobiles ja durch Luftzug- nun ist unsere Wohnung reichlich zugig, leider aber offensichtlichin der Ecke, wo das Mobile hängt nicht. Dort scheint die Luft eingedickt. Daher muss das Teil regelmässig (so alle 30 Sek.) angestossen werden (Women/ Manpower- CO2-neutral), was aber eine ebenso regelmässige Unterbrechung der jeweiligen Tätigkeit mit sich bringt (Nintendo/Zeitung/Abdösen/Kochen/Schlafen/Nixtun).

Nach dem Urlaub sagte ich einer Kollegin (selbst Mutter): “Wenn die kleinen Biester nicht so niedlich wären, würde man sie im Wald aussetzen- wegen einseitigem Kommunikationsverhalten.” Sie nur: “Boa, bist Du fiieess!”

Ich bekenne…..

Aaaaaber: Keiner, der Kinder hat, soll mir erzählen, dass bei ihm die ganzen optisch-biologischen Kniffe eines Babys nicht nötig gewesen seien- schließlich ist so ein Kind doch völlig schutzlos und soooo niedlich- HA, reingefallen!!!

Wir arbeiten derzeit am Nachschreiben des folgenden Programmes und dem Nachbau der Konstruktion mit eingebautem Kinderwagen (Kindersitz bleibt im Auto!):

http://www.chilloutzone.to/video/geek-baby-wiege-2-0.html

Ohne Frage ist so ein neugeborenes Kind wahnsinnig süss und es riecht so gut! Diese kleinen Finger und Zehen! Das kleine Köpfchen (alles eine Frage der Perspektive….)- alles sehr zum Knuddeln.

Kaum zu glauben, dass dieses Wesen, auf das wir uns so lange gefreut haben, weit weniger kann als eine Kaulquappe- ausser süss aussehen. Es kann kaum sehen, wenig hören und weder sich ernähren oder fortbewegen. Kommunikation ist aus verschiedenen Gründen ausgesprochen einseitig.

Nun ist unser Gregor schon fast 10 Wochen alt und langsam ändert sich so einiges. Die Kaulquappe bekommt einen Charakter. Er kann lächeln- dabei schmelzen nicht nur Grosseltern dahin! Dummerweise kann er auch schreien, aber wenigstens lässt sich über die Tonlage das Problem einkreisen- Ärger, Verdauung, Hunger, Langeweile.

Er hat Vorlieben: Autofahren, Kinderwagen und nicht zuviel Radau. Tagsüber Schlafen.

Leider hat er auch scharfe Fingernägel, die er gerne in Hautfalten oder Weichteile schlägt, derer er habhaft werden kann. Aua.

Nun ist es geschehen. Wir wollten am Montag letzter Woche eigentlich nur den GV-Kurs blaumachen, aber bei Ihr hatten sich schon im Laufe des Nachmittags die Wehen gemeldet. Tapfer, aber bucklig ritt Sie eine Wehe nach der anderen ab, bis wir dann so gegen 23 Uhr in das Krankenhaus fuhren.

Im Wehenzimmer, wo noch ein paar Voruntersuchungen stattfanden trafen wir auf drei weitere Paare, die ziemlich cool und entspannt nur wenige Minuten vor uns eingetroffen waren und die ein bisschen stilles Wasser tranken, während Sie sich alle fünf Minuten wand. Sie war am CTG angeschlossen und musste Sitzen, was die Situation nicht viel besser machte.

Nach einiger Zeit im Kreißsaal und im Bad kam unser Kind dann um 6:02 Uhr am 09.06.09 zur Welt. unser kleiner Gregor. Puuh. Aber ziemlich gut gelaufen für die erste Geburt, oder?

Viele Menschen sagen, dass eine Geburt DAS Ereignis sei, das man mitgemacht haben müsse- aber ich fand es zumindestens zeitweise erheblich lustiger, dem verletzten Motorradfahrer am Pfingstmontag erste Hilfe zu leisten, obwohl der Ausgang dieser Situation ungewiss war.

Was unglaublich ist, ist die Zeit nach der Geburt: Müdigkeit und Glück überfallen einen, die wärme des Kindes auf der Haut, sein Geruch, die abfallende Anspannung- das ist wahrscheinlich aus männlicher Sicht DAS Ereignis.

Im Kreißsaal begleitete uns eine unheimlich nette Hebammenschülerin, die es besonders Ihr durch viele Tricks und Tipps deutlich leichter machen konnte, und erst am Schluß kam ein Arzt dazu.

Ich musste die Nabelschnur durchtrennen und sah, nachdem ich das Kind aufgehoben hatte aus wie ein Metzger mit blutigen Armen- es hatte stark geblutet.

Wir haben dann bis Freitag im Familienzimmer gewohnt, ich musste zwar zur Arbeit aber das war trotzdem eine gute Entscheidung. Seit vergangenen Freitag sind wir wieder zu Hause in unserer kleinen Wohnung, wo es nun noch etwas enger geworden ist.

Unser Gregor ist bisher ziemlich brav, schreit (fast) nur, wenn man die Windeln wechselt (Scheiße ist schließlich auch warm). Man muss ihn manchmal sogar wecken, wenn er gefüttert werden soll.

Ansonsten mag er es, wenn man ihm vorsingt, sich mit ihm unterhält oder er auf einem warmen Bauch liegt.

Wir haben ein Flickr- Album von ihm- hier ist der Link: www.flickr.com/photos/gregorsalbum/

Im Stillen hatten wir gehofft, dass sich unser Kind an diesem Wochenende in die weite Welt hinaus bequemt. Eine vergebliche Hoffnung, denn inwendig in der Mama scheint es sehr gemütlich zu sein- auch wenn es langsam aber sicher eng wird.

Der errechnete Gebursttermin ist aber auch noch ein wenig hin (09.06.) und deshalb konnten wir noch einmal ein langes Wochenende zu zweit geniessen.

Wegen eines Providerwechsels haben wir derzeit keinen Internetzugang- und der Zusatnd wird sich mindestens bis Freitag halten. Das ist ein komisches Gefühl, denn wir haben uns doch sehr an die Annehmlichkeiten gewöhnt. Fernsehprogramm, Telefonnummern, Neuigkeiten- alles kommt für uns aus dem Internet. Oder Versicherungsangebote! Und das gestaltet sich gerade sehr kompliziert:

Denn wir haben uns ein Auto gekauft. Aber die Versicherung fehlt noch. Und telefonische Angebote sind schwer und mühsam zu bekommen, und die richtig günstigen ASngebote oder Vergleiche gar nicht.

Gut, dass ich gerade auf der Arbeit ein bisschen Leerlauf habe.

Mein Bruder schickte mir eine Mail, in der er zum Kauf des Franzosenporsches gratulierte: Wir haben nämlich einen Citroen C4 gekauft. Mit der Leistung einer Küchenmaschine (für die Technikinteressierten: 1,4 L, 65kw/88PS).

Mit Klima, Servolenkung, ESP, ABS, diversen Airbags, elektrischem Parfumspender (kein Witz), 5 Türen und abnehmbarer Anhängerkupplung.

Die Farbe….nun ja, bei kaltem Licht silbern mit einem Stich ins goldene und bei warmem Licht umgekehrt, oder wie Sie sagen würde: Opel-Astra-Farben. Und die Kupplung haben wir dem rabattmässig eher zugeknöpften Verkäufer noch abgehandelt, um vielleicht mal die tollen Fahrradträger unserer Eltern für einen Urlaub auszuleihen.

Eine traurige Seite hatte das Wochenede aber auch noch: Ich war am Montag mit dem Motorrad unterwegs, da ereignete sich vor mir ein Unfall: Zwei Motorräder stiessen irgendwie zusammen. Obwohl gleich viel Volk an der Unfallstelle war, gestaltete sich alles etwas kompliziert, weil kaum einer Handyempfang hatte und nur einer der zwei Verunglückten auffindbar war. Den Zweiten fand ich im Strassengraben liegend und da der erste schon einen Helfer hatte, half ich erstmal dem Mann im Strassengraben: Jacke auf, Stiefel aus, Lagern und so weiter.

Schlimm war, dass nur wenige halfen, aber viele gafften, einige machten sogar Fotos und Videos mit ihren Handys. Ein Glück war, dass sich das zivile Videomotorrad der Polizei Düren ganz in der Nähe befand und dieser Polizist konnte dann schnell Hilfe holen.

Es kamen jede Menge Streifenwagen, Rettungswagen und dann noch der Hubschrauber, der an einer Stelle landete, die unglaublich eng war.

Aber so eine halbe Stunde hockte ich mit meinem “Patienten” im Strassengraben, bis Hilfe kam. Ihm jedenfalls war am Ende nur wenig passiert- Schürfwunden, irgendwas am Knöchel- was mit dem anderen los war? Keine Ahnung. (Joe Bar Team: “Weisst Du, Eddie- 20 Meter mit dem Arsch auf´m Asphalt und denn koppheister in die Brennesseln- das prägt den Menschen!”)

Am schlimmsten war es eigentlich, seine Eltern anzurufen, weil ich ja auch nicht viel wusste- noch nicht einmal das Krankenhaus konnten die Sanitäter sagen, weil das nach Schwere der Verletzungen eingeteilt wird. Aber am Abend bekam ich noch einen Anruf, dass es ihm gut geht.

Und das hatte er neben einer Menge Schutzengeln auch seiner Kombi, den guten Stiefeln und dem Helm zu verdanken. Also, T-Shirt-Fahrer, sucht mal die Bilder des Unfalls im Internet!!

http://www.euskirchen-online.ksta.de/html/artikel/1242833480063.shtml (Es war der Unfall zwischen Eicherscheid und Wolfgarten)

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