Ein Kind zu erwarten ist für Männer eine ziemlich merkwürdige Sache: Im Gegensatz zur Mutter merkt man ja kaum was.
Wenn man dann noch ein wenig unsensibel ist, fallen noch nicht einmal die Stimmungsschwankungen und die gesteigerte Nahrungsaufnahme (jedenfalls deren Frequenz) auf.
Es ist etwa so wie das Warten aufs Christkind im Alter von 5-12 Jahren (je nachdem wie lange diese Illusion elterlicherseits am Leben gehalten werden kann): Es kommt etwas Tolles, aber wann, wie und wo- oder gar wieviel und was genau- das ist unbekannt. Da ändert ein Ultraschallbild auch nicht viel.
Um von dieser Unsicherheit abzulenken und die Spannung abzubauen gab es früher im Advent Einkehrtage, wo getöpfert und gesungen wurde, die abendliche Zeremonie am Adventskranz und natürlich Plätzchenbacken.
Erwachsene sind da viel komplizierter: Man könnte das Kinderzimmer einrichten: (haben wir nicht- ohnehin viel zu früh). Oder Kleidung kaufen (Freundin von uns: „Kauft ja nichts, bekommt ihr alles eh geschenkt“), wenn schon nicht für´s Kind, dann doch für die Mutter- Aber der zu erwartende Umfang ist ja noch nicht da! Meine Beste will natürlich auch die Textilindustrie unnötig unterstützen, schließlich zieht man das ganze womöglich garnicht mehr an….
Also doch ein Auto? Jaaaa, unbedingt. Wir wohnen in der Innenstadt, ich fahre mit dem Rad zur Arbeit, sie mit der Bahn. Wir brauchen kein Auto. Da lediglich emotionale Argumente dafür sprechen, siegt die Ratio meiner Freundin. Mist.
Kinderwagen! Das isses!! Das Internet bietet ja reichlich Informationen. Hält man sich an die diversen coolen Marken (Teutonie, Bugaloo, Susi & Strolch, Schrott & Geeier und wie sie alle heissen) kann man unglaubliche Summen für so etwas ausgeben- und ein Motor ist nicht mal in der Aufpreisliste!!
Man kann- blickt man durch die unendlichen Listen für Extras- dann durch seinen Kinderwagen so weit Individualisieren/Customizen/Pimpen (je nach Geistes Kind), dass man gefühlte 3 Billionen Kombinationen aus den diversen Teilen herstellen kann.
Vor etwa einem Jahrzehnt beschwerte sich der ADAC über die unübersichtlichen Aufpreislisten der VW-AG: Ich sage euch- die Listen von Teutonia hatten die sich offenbar nicht angesehen. Ich gehe jede Wette ein, dass es auch heute einfacher ist, sie einen neuen Golf zu konfigurieren, als einen Kinderwagen zu kaufen.