Oktober 2008


Ein Kind zu erwarten ist für Männer eine ziemlich merkwürdige Sache: Im Gegensatz zur Mutter merkt man ja kaum was.

Wenn man dann noch ein wenig unsensibel ist, fallen noch nicht einmal die Stimmungsschwankungen und die gesteigerte Nahrungsaufnahme (jedenfalls deren Frequenz) auf.

Es ist etwa so wie das Warten aufs Christkind im Alter von 5-12 Jahren (je nachdem wie lange diese Illusion elterlicherseits am Leben gehalten werden kann): Es kommt etwas Tolles, aber wann, wie und wo- oder gar wieviel und was genau- das ist unbekannt. Da ändert ein Ultraschallbild auch nicht viel.

Um von dieser Unsicherheit abzulenken und die Spannung abzubauen gab es früher im Advent Einkehrtage, wo getöpfert und gesungen wurde, die abendliche Zeremonie am Adventskranz und natürlich Plätzchenbacken.

Erwachsene sind da viel komplizierter: Man könnte das Kinderzimmer einrichten: (haben wir nicht- ohnehin viel zu früh). Oder Kleidung kaufen (Freundin von uns: „Kauft ja nichts, bekommt ihr alles eh geschenkt“), wenn schon nicht für´s Kind, dann doch für die Mutter- Aber der zu erwartende Umfang ist ja noch nicht da! Meine Beste will natürlich auch die Textilindustrie unnötig unterstützen, schließlich zieht man das ganze womöglich garnicht mehr an….

Also doch ein Auto? Jaaaa, unbedingt. Wir wohnen in der Innenstadt, ich fahre mit dem Rad zur Arbeit, sie mit der Bahn. Wir brauchen kein Auto. Da lediglich emotionale Argumente dafür sprechen, siegt die Ratio meiner Freundin. Mist.

Kinderwagen! Das isses!! Das Internet bietet ja reichlich Informationen. Hält man sich an die diversen coolen Marken (Teutonie, Bugaloo, Susi & Strolch, Schrott & Geeier und wie sie alle heissen) kann man unglaubliche Summen für so etwas ausgeben- und ein Motor ist nicht mal in der Aufpreisliste!!

Man kann- blickt man durch die unendlichen Listen für Extras- dann durch seinen Kinderwagen so weit Individualisieren/Customizen/Pimpen (je nach Geistes Kind), dass man gefühlte 3 Billionen Kombinationen aus den diversen Teilen herstellen kann.

Vor etwa einem Jahrzehnt beschwerte sich der ADAC über die unübersichtlichen Aufpreislisten der VW-AG: Ich sage euch- die Listen von Teutonia hatten die sich offenbar nicht angesehen. Ich gehe jede Wette ein, dass es auch heute einfacher ist, sie einen neuen Golf zu konfigurieren, als einen Kinderwagen zu kaufen.

Wie macht man denn die Babys?

Die diversen onlinenden Ratgeber geben ja dann doch den ein oder anderen Tip. Wenn ich das alles allerdings als Mann so lese, bekomme ich, sobald ich mich in die Frau welche nu´will hineinzuversetzten versuche, einen Vaginalkrampf und nichts geht mehr. Ist das Ganze nicht eine Sache von Entspannung und gutem MOJO? Naja, einiger der Forenmitgliederinnen haben sicher einen gehörigen Leidensdruck- vielleicht entschuldigt das etwas.

Viel besser gefiel mir ein Hinweis der Besten auf das Kölner Bildungsblatt: „Kopfschmerzen und Übelkeit sind die Besten Freunde der Frau“ und zu diesem Thema einen kleinen Link zum Schmunzeln:

http://www.express.de/nachrichten/news/liebe-und-lust-2008/skurrile-sextipps-aus-uromas-bettkasten_artikel_1224763045209.html

Und dazu noch einen herrlichen Kalauer, den ich meinen Studis heute zum Gaudium („Dr. XXX, sie benutzen immer so komische Wörter um uns zu verwirren“) darbot:

Treffen sich zwei Spermien. Sagt das Erste: „Ich werde ein Mädchen!“ und darauf das Andere: „Und ich werde ein Junge!“ Da sagt ein Brotkrümel: „Ihr werdet garnichts, ihr seid in der Speiseröhre!“

Ich komme aber dann doch wieder ins Grübeln wenn der Schwiegervater in Spe sagt: „Das habt ihr gut gemacht!“

Wie will er das beurteilen?

Wir sind nun in der neunten Woche (die ganz spitzfindigen haben hoffentlich bemerkt, dass dieses Blog nicht unbedingt chronologisch funktioniert!), haben den fotografischen Beweis der Existenz unseres Kindes. Ja ich weiss, wollt ihr alle sehen, kommt aber irgendwann mal, wenn ich das Bild auf dem Rechner habe, versprochen.

Früher ging frau und man nach erfolgter Befruchtung und ausgebliebener Periode mit stolzgeschwellter Brust auf die Strasse nach dem Motto: Wir haben einen Stammhalter (GEB AN WIE NE TÜTE MÜCKEN), seht her, wir sind fruchtbar (und daher bald die größten in der Stadt) (STRUNZ) und ausserdem verheiratet. Wenn `verheiratet`nicht vorliegt geht es andersrum- aber mit gleichem Effekt.

Obwohl eine Schwangerschaft medizinisch keine Krankheit darstellt, so wird sie arbeitsrechtlich doch fast so behandelt. Ja klar- das dient alles dem Schutz von Mutter und Kind! Aber wenn ich meine Freundin so ansehe, scheint Beulenpest im Endstadium angenehmer zu sein, als in der Schule die Schwangerschaft zu verraten. Würde sie doch auf eine Reise mit potentiell nicht vorhandener Wiederkehr geschickt, um die Untersuchungen zu wiederholen, die beim Frauenarzt sowieso zu ähnlicher Zeit routinemässig durchgeführt werden- Frauenärzten kann man eben nicht trauen, besonders wenn es um Routineuntersuchungen geht. Sicherheitshalber arbeitet das Amt ein bisschen langsamer- so eine bis zwei Wochen werden reichen, um die gewonnenen Erkenntnisse aktenkundig werden zu lassen. In der Zeit darf die werdende Mutter nicht unterrichten und nachher möglicherweise nur mit Einschränkungen- egal ob sie sich topfit fühlt. Für meine Begriffe ist mit wenigen Ausnahmen die Gefahr sich in der U-Bahn (Sorry Berlin, haben wir ja in Köln nicht- also: in der Untergrundstrassenbahn) irgendwas von den nicht immer gesunden Mitfahrern zu holen weit größer. So weit meine männliche Wahrnehmung.

Ein weiterer Grund, eine Schwangerschaft geheim zu halten ist der Tratsch der Kollegen. Mir fällt es so schwer, die Klappe zu halten. Aber: Meine Lippen sinde versiegelt, nur ihr wisst Bescheid. Aber warum müssen im Moment alle von Kindern, Müttern und Vätern reden.

Und dann kommt noch eine alte Kommilitonin mit ihrer Schwester: „Na? bist Du endlich verheiratet? Hattest Du ja meinem Vater (ehemaliger Arbeitgeber) gesagt!“ Nein, bin ledig. Dem Vater hatte ich seinerzeit auch nur den Wunsch einer Eheschliessung angetragen, worauf er allen erzählte, Dr. XXX heiratet, ist das nicht toll?? Ich wollte im Boden versinken. Glück ab, Bochum. Gleich Frage von Studentinnen: „Wollten sie nicht heiraten?“ Verdammt.

Meine Freundin war neulich mit ihren Schülern auf Klassenfahrt. Ich langweilte mich nach Feierabend etwas und weil das Fernsehprogramm nichts Rechtes hergab, ging ich ein bißchen spazieren und weil auch das langweilig war, landete ich in der CD-Abteilung eines grossen Elektronikdiscounters. Da ich seit Monaten versuche, bei Ebay CDs von Ian Gomm zu ersteigern und nie Erfolg hatte, wollte ich wenigstens mal reinhören.

Aber Ian liess sich nicht finden und ich begann, einfach ein bisschen zu stöbern. Crow, Sheryl. Kennt ihr sie noch? Ein paar Songs laufen immer wieder im Radio und ich glaube, dass sie in den USA ziemlich erfolgreich ist. Ihre erste in Deutschland veröffentlichte CD, der `Tuesday Night Music Club` elektrisierte seinerzeit unsere fast nur aus Jungs bestehende Band: Eine singende und verdammt gut gitarrespielende Frau kam in unserem Kosmos noch nicht vor- singende Frauen ausser unserer Sängerin sowieso nicht (Okay- unser Keyboarder stand auf Tina Turner, und wurde aber nur teilweise ernstgenommen).

Unser Kosmos war  eher Joe Cocker oder Sting (der Verräter, wie unser Bassist ihn gerne mal titulierte)- nun ja, Joe Cocker röhrt immer noch (erfolgreich) und Sting (der Verräter) hat seine Reunion mit The Police hinter sich (soll aber nicht so geil gewesen sein).

Und ich hatte Sheryl Crow in der Hand, hörte die kurzen Ausschnitte jeweils dreimal an und bekam feuchte Augen als ich, nahe der Ohnmacht die CD umdrehte: A&M Records, 1993 stand da.

Ich bin alt geworden.

Niemand aus der Band besaß die CD und ich konnte sie mir nicht leisten (erinnert ihr euch? 30 DM als normaler Preis für eine CD?)- so konnte ich sie mir noch nichtmal auf Cassette überspielen. Ich hab sie nun, 15 Jahre später bei Ebay ersteigert. Für einen Euro. Gerade läuft sie „NO ONE SAID IT WOULD BE EASY“ 5:29!! Longplayer!!

Das schöne ist: Höre ich Musik, bin ich sofort da, wo ich das Lied zum ersten Mal hörte. Ich bin dann mal im Probenraum.

Unsere Eltern sind bestimmt in die Bücherei gegangen, oder in den Buchladen, oder haben einfach auf die Anweisungen ihres Arztes gehört, als die `Diagnose` Schwangerschaft stand.

Wir gehen ins Internet. Herr Google stellt da einige Seiten zur Auswahl, die, aus welchen Gründen auch immer, Fragen und Probleme vertiefen- natürlich ohne eine greifbare Antwort zu liefern.

Diese Seiten scheinen für meine männliche Wahrnehmung überwiegend in Farben gehalten zu sein, die Frauen gefallen (hormonbedingt?). Ich bekomme jedenfalls sofort Augenbluten und was viel schlimmer ist: Meine gequälten Pupillen begeben sich auf Achterbahnfahrt. Sanitärfarbgebungstabelle.

Die Steigerung (?) der grafischen Qualität allerdings schlägt sich in den zahlreichen Beiträgen nieder :

Wer jetzt noch glaubt, der Mensch (haha-die Menschin!) sei eine intelligente Spezies, der sollte (falls er denn einer intelligenten Spezies angehört) beim Durchlesen der diversen Headlines und Posts wenigstens ins Grübeln geraten. Schwanger- wie sage ich´s meinem Partner: Absolut TOP!! ARGHH!!

Wenn man noch keine Angst vor den 1000 Gefahren einer Schwangerschaft hat, Dank dieses Laienzaubers wird man/frau dann doch panisch- wenn man es denn lesen kann.

Vielleicht muss das heutzutage so sein. Ich frage mich nur, wie ich jemals gesund geboren werden konnte.

PS.: Die Überschriften oben stammen von schwangerschaft.de

Ich bin schon mal bei der Frauenärztin gewesen, jawohl! Zugegeben, ich musste mich nicht freimachen, bekam aber Dank Spekula und Ultraschall interessante Einblicke in das, was ich damals in Natura zumindestens teilweise in der Anatomie freilegen musste. Zusätzlich ergab sich eine interessante Anwendung von Latexware.

Die Ärztin, die die Patientin und mich Duzte und einiges anders machte als in der Uni („Wir haben lange und hart für unsere akademischen Titel gearbeitet, daher wünschen wir mit ihnen angesprochen zu werden: Ich bin Prof. Dr. XXX, das ist Dr. XXX und so weiter….“) erklärte das grau-weisse Schauspiel auf dem Bildschirm und entliess uns mit freundlichen Worten. Das ist lange her.

Die freundlichkeit in der fraglichen Praxis ist noch die Selbe, aber mein gefühltes themenbezogenes Fachwissen liess- wie ich bald merken sollte- zu wünschen übrig.

Nun bekam ich den Auftrag, einen Termin für meine Freundin auszumachen (Warum ich? Ich kann zwischendurch prima telefonieren-Arztgespräche;)). Da sich die Praxis großer Beliebtheit erfreut und die Ärztin vorher im Urlaub war, dauerte es eine ganze Weile bis ich durchkam: „In welcher Woche wir denn wären?“ Was weiss ich- diese krude Rechenweise, dass frau schwanger ist, obwohl noch keine Empfängnis stattgefunden hat…  “Warum so früh ein Termin, was wir denn da schon wissen wollten usw. usw“.

„Am besten ruft ihre Freundin die Frau Doktor mal selber an.“ Einen Termin bekam ich dann aber doch noch. Das heisst: Wir bekamen einen Termin.

Ich bin nicht die längste Zeit meines Lebens Brillenträger gewesen, ich kann auch ohne sehr gut sehen (STRUNZ! ANGEB WIE NE TÜTE MÜCKEN!!). Studenten biete ich bei Testaten gerne mal an, die Brille abzunehmen, um ihnen einen kleinen Vorsprung zu geben, der aber nie reicht. Ich trage meine Brille eher aus Gewohnheit und weil ich berufsbedingt eine Schutzbrille brauche.

Oder als Accessoire. Ausserdem ist die Randlose echt cool.

Jedenfall legte ich besagtes Accessoire auf das Kissen meiner Besten, während ich nebenan las. Die Beste begab sich dazu und bevor ich irgendwas sagen könnte, rollte sie ihren von peitschenden Hormonen durchflossenen Körper zur Seite und pulverisierte mit Ihrem Kopf das Accessoire. Ja wirklich, kein Scherz! Die tolle Titanflex war im Eimer- das heisst- die Gläser. Nach meiner Auffassung dient die Flexibilität des Gestelles dazu, die Gläser und den Träger zu schützen. Hier ist das Gestell da, um heil zu Bleiben ohne Rücksicht auf Verluste. Das Biegen des Gestelles hätte mir nichts gemacht, aber die Aussicht, einen Satz Gläser zu bezahlen liess meinen Blutdruck zügig steigen. Danke, Titanflex, du dumme Sau!!

Meine Freundin war sehr zerknirscht, Tränen standen in Ihren Augen und ich hörte mich sagen: „Wein´doch nicht, es ist ja nur eine Brille!“ Und ich nahm sie in den Arm.

Das also hatte mein Vater gefühlt, als meine Mutter mit meinen Brüdern und mir auf dem Rücksitz hinter einer engagiert genommenen blinden Kuppe mehrere Autos mit unserem Neuwagen (Toyota Carina, Rot, Kombi) zusammengeschoben hatte. Dieses Gefühl von Süße bei gleichzeitigem Schmerz. Hach, richtig romantisch!

Eine Internetrecherche bei der Herstellerfirma brachte übrigens eine bis zur Entstellung verdrehte Brille meiner Bauart zum Vorschein. Warum können die das und nicht ich? Perfinder Schachzug zur Ankurbelung der Gläserindustrie für niedrige Dioptrienzahlen?

Als ich den Optiker aufforderte, das Selbe doch mal mit der reparierten Brille durchzuführen, lehnte dieser ab.

Ich hätte lieber ein bisschen Bauschinger-Effekt im Gestell

Wir beide stehen fast jeden Tag um 5:45 Uhr auf, das heisst, dann klingelt der Wecker. Das wiederum heisst, das er noch 1-2 Mal ausgeschaltet und dann zu „Kirche auf WDR 2″ aufgestanden wird. Ich mache dann meistens Frühstück (auf Wunsch auch mit Ei, aber meistens mit Sandmännchens Sand in den Augen) und die Beste von Allen erledigt ihre Morgentoilette. Nicht an diesem Montag. Schwangerschaftsalarm- verdammt, das wollte ich nicht schreiben. Kennen sie den? „Wenn mein Kind ´Fruchtalarm`schreit, kommt es in den Mixer!!“ Nicht? Gibt aber so viele nervige „Alarme“! Sie sollten mehr Boulevardblätter beim Arzt lesen….SCANNERALARM!!!

Egal: Pipialarm. Und dann-husch- das Stäbchen eingetaucht und die Zeichen lassen nach kurzer Zeit den verblassten Traum vom Sportwagen weiter verblassen. Und uns beide sicher auch ein bißchen.

Aber das Gen auf meiner Matrix, das mich unkonntrolliert Kühe (am liebsten mit Hörnern) streicheln und Kälbchen knuddeln lässt, ließ mich nun meine Freundin in den Arm nehmen und drücken. Körperkontakt bekam mit einem Mal eine völlig neue Dimension.

ICH WERDE VATER- rief es aus mir, als ich zur Arbeit fuhr. Mir wurde wie immer an den selben Stellen von vermutlich den gleichen Autofahrern die Vorfahrt genommen. Sonst werde ich gerne mal ordinär- heute nicht. Aber dann, beim Durchlesen der diversen Online-Angebote (Spiegel, Stern, Welt, Bild Express, WDR, Tagesschau) fiel mir auf, das niemand, aber auch niemand von unserem Glück schrieb. WAS SOLL DAS??? Es ging recht viel um eine weltweite Finanzkrise. ABER WIR WERDEN ELTERN!! VIEL COOLER!! brüllte es in mir.

Aber das sollte erst einmal geheim bleiben.

Mit dem Test kam das Wochenende und damit die Geburtstagsfeier der Besten- selbstverständlich minutiös durchgeplant- mit viel Essen und reichlich Getränken. Meine Bros waren auch eingeladen und hatten im Vorfeld schon angekündigt „mal krass wieder einen zu saufen“.

Kennen Sie das? Sie dürfen nicht trinken, weil sie noch Fahren müssen, und werden die ganze Zeit von halbdebilen Affen genötigt, Getränke abzulehnen? Genau das war die Befürchtung. Welche sinnvolle Ausrede wäre anzuwenden, ohne sich zu verraten? Niemand musste nach der Fete noch in den OP oder Uhrwerke zusammensetzen oder einen PC neu bestücken. Pflanzen, denen man nennenswerte Mengel Alkohol zumuten konnte (so wie der Ficus bei meinen medizinischen Freunden in der WG) gibt es bei uns nicht.

Glücklicherweise focussierte sich das Interesse der Biertrinker auf das Länderspiel und die lustigen Vornamen der anwesenden Sekttrinkerinnen.

Fast wären wir verraten worden: Meine Freundin ist immer hungrig- aber nun übertrieb sie es, zumindestens in meinen Augen. Die übrigen Anwesenden schwiegen entweder aus Neid (sie nimmt nicht zu) oder kannten das schon „aus Schulzeiten“.

Um ganz sicher zu gehen- schließlich gibt es schon mal lange Zyklen- warteten wir den Montag ab.

Mir fiel auf, das unglaublich viele Frauen mit Babybäuchen in der Stadt zu sehen waren.

Mit Erreichen des 36. Zyklustages schien alles klar: Wir sind schwanger- vielleicht jedenfalls. Ich merkte das an meinen leichten Bauchansätzen. D. wurde etwas nervöser und ging sogar auf meinen Vorschlag ein, das Ganze durch einen Schwangerschaftstest zu untermauern.

„Hast Du das schon mal gemacht?“ fragte die Beste von allen. „Selbstverständlich!“ antwortete ich, wohl wissend, das die im Biochemiepraktikum vom Schwangerschaftsurin einer Haflingerstute erhobenen Werte im Kursmittel bei weitem nicht so konsistent waren, wie von der Kursleitung erhofft. Vielmehr deutete eine irrtümlich durchgeführte PCR darauf hin, dass es sich noch nicht einmal um ein weibliches  Wesen handelte. Unser Kursleiter: “ Wie oft soll ich et üch noch saren: Für dä Schwangerschftstest dat Pipi, für dä Peh Zeh Ärr dä Wangenausstrisch.“ Der Ausstrich unserer eigenen Wangen.

Zu unserer Verteidigung sei allerdings gesagt, dass die verwendeten Tests ihr Verfallsdatum schon länger überschritten hatten („Dat mäht nix, dat is ja schteril verpackt, ne?“).

Das sollte der Besten und mir nicht passieren.

Schwangerschaftstest richten sich meiner Ansicht nach an Frauen. Von der Verkaufpsychologie scheinen Männer aber dann doch ein Wörtchen mitzureden: Rein weibliche Tests sollten sich nur durch Form und Farbgebung von einender unterscheiden- gerne auch noch durch den Preis- denn Technik spielt für die Kaufentscheidung der meisten Frauen eine untergeordnete Rolle (ausser bei Apple-Produkten- Tolle Performance zu noch tolleren Preisen ;) ), das vorliegende Angebot sprach aber auch laut und deutlich den Mann in mir an: Tests mit farblich unterlegten Feldern in spacigem Design, ganz schlichte Tests in Männer-WG tauglichen Farben (Vergleichbar: Okkultes Blut im Stuhl?-Okkulta, NEU in Ihrer Apotheke!!) wie eben von Hämorrhiden-Tests. Aber dann das Top-Gadget: Gut in der Hand liegender Einmal-Test mit LCD Klartextanzeige! Musste ich haben!!

Sie entschied sich für die nüchterne Variante. „Kann man eh´nur einmal nehmen.“

Die nüchterne Variante entwickelte das faszinierende Farbenspiel auf der Membran. Nicht schwanger. JUCHU!!! SPORTWAG……..   „…..ist der Test negativ und nicht mit Morgenurin durchgeführt, sollte er wiederholt werden.“

Deshalb gab es die Dinger immer nur in Doppelpackungen! Ich hatte eine raffinierte gewinnorientierte Marketingstrategie dahinter vermutet.

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