Hier noch eine kleine, lustige Kleinigkeit. Aber Achtung, das ist nur eine scheinheilige Ausrede!
November 2008
28. November 2008
28. November 2008
Heute fliege ich nach Berlin, FC gucken. Da treffe ich auf einen Großteil der Verwandschaft und wir werden ein Wochenende dort verbringen. Leider kommt sie nicht mit.
Warum fliegen? Im August beantragte ich Urlaub für den Freitag, weil ich entweder mit meinen Eltern im Wagen oder mit der Bahn nach Berlin wollte. Ein paar Wochen später kam (damals noch nicht) Silent Bob an, druckste herum und sagte, ich könne keinen Urlaub bekommen, weil sie just gestern eine Fortbildung gebucht habe. Ich verwies auf die Reihenfolge der eingegangenen Anfragen, worauf sie mir als Kompromiss den Freitagnachmittag anbot.
Bei einem guten Kompromiss sind alle unzufrieden, ich buchte also einen Flug für Freitagnachmittag. Gerade wollte ich ihr stolz von meiner Lösung erzählen, da druckste sie wieder herum: „Ja, der Nachmittag, also da wäre eine Besprechung beim Chef (den ich nicht als solchen akzeptiere)…“ „OK“, sagte ich, „es gibt nun zwei Möglichkeiten: Sie decken mein Fehlen, oder ich werde krank.“
Jedenfalls schien ihr die Fortbildung sehr wichtig zu sein.
Deshalb werdet ihr am Wochenende nichts von mir hören/lesen können.
Ich möchte aber noch einen kleinen kölner Mißstand anprangern: Die Knotenhaltestelle Ebertplatz soll behindertenfreundlich umgebaut werden. Das bedeutet monatelang behindertenunfreundliche Bedingungen. Ausserdem scheint das alles nur ein Ablenkungsmanöver der KVB. Lösung durch Vermeidung scheint angestrebt zu werden. Hier das Skandalfoto:
Ach ja, wir sind in der 13. Woche, das Kind kann schon Purzelbäume schlagen (Aussage Frauenärztin) und ihr Husten wird besser.
Nix für Ungut!!
27. November 2008
Sir Elton John
Posted by babyinkoeln under doch alt geworden | Schlagworte: Konzert |Leave a Comment
Gestern haben wir uns Elton John angehört.
Das war mein Geburtstagsgeschenk an Sie. Warum gerade EJ, fragt ihr euch vielleicht? Ganz einfach: Wir mögen seine Musik, und dabei besonders die älteren Sachen aus den 1970ern. Auch wenn der Herr bisher keine Anstalten macht, in den Ruhestand zu gehen, erschien es uns angemessen, wenigstens einmal in seiner Live-Show gewesen zu sein.
Denn ein stiller Vorwurf an meine Eltern ist, nie ein Konzert der späteren Helden meiner Jugend gehört zu haben (Elton John, Beatles, Rainbow, Dire Straits, Genesis,The Police (mit Sting, dem Verräter!), Ton Steine Scherben oder Pink Floyd). Unserer Generation ist dieses Vergnügen leider nur in Surrogaten möglich, da die Protagonisten entweder tot oder eine halbherzige Reunion (aus Geldmangel) sind, die dann ein Konzert in den USA oder Timbuktu geben und wieder verschwinden. Beim Ansehen oder Anhören von Konserven aus dieser Zeit beschleicht mich ausserdem oft der Eindruck, dass musikmäßig früher doch einiges besser war.
Es war ein tolles Konzert. Unheimlich war nur, dass wir den Altersdurchschnitt in unserem Block mal eben um 30 Jahre senkten. Klatschen oder Mitsingen, geschweige denn Tanzen kam nur sehr gehemmt- wahrscheinlich zwicken die diversen Arthrosen oder die Blase drückte.
Nach dem letzten Stück ging so schnell das Licht an, dass niemand auch nur das Wort `Zugabe´auf die Lippen nehmen konnte- gleichzeitig brach der Applaus schlagartig ab, die Menge verließ fluchtartig den Saal (Lanxess-Arena, Yo!) und eilte zu ihren Rheumadecken in der vorgeheizten E-Klasse mit Standheizung.
Als wir uns mit unserem sanitärgrünen Corsa B aus der Tiefgarage quälten, bekam ich Komplexe: Ich hatte noch nie so viele Mercedesse so junger Baujahre auf einem Haufen gesehen (OK-ein paar Jags waren auch dabei und dickere SUVs verschiedener Marken). Und das mir- als Akademiker!
Zurück zum Konzert:
Es wurden verschiedene Acessoires auf der Bühne drapiert, als es in den flotteren Teil des Konzertes ging: Bei „Bitch is Back“ wurden überdimensionale, übereinandergeschlagene Frauenbeine aufgeblasen. Das Gleiche geschah mit einem Paar Brüsten unter der Decke, was mir aber zunächst nicht auffiel.
Sie fragte: „Sowas hättest Du auch gerne, was?“ Ich: „Was soll ich mit aufblasbaren Beinen?“
Zu „I´m still standing“ wurde nicht besonders subtil durch ein Arrangement von Früchten (zwei Kirschen und eine Banane- alles aufblasbar) ein männliches Genital simuliert (Haha).
Mittlerweile hatte ich die Deckenbrüste gefunden (habe Fotos) und konnte Zeuge eines Schauspiels werden, was ich dann im Sommer sicher öfter sehen werde: Auf der Klimax des letzten Songs des Blocks (weiss nicht mehr, welcher es war) schossen lange, weiße Luftschlangen aus den Mamillen. Von der Zeugung zur Geburt. Fantastisch. Eine Ode auf die einschießende Milch!
Vielleicht hatte die Deko auch garnichts zu bedeuten,aber dafür, dass die Show vorher in Las Vegas gelaufen sein soll, war das Ganzie ziemlich unsubtil.
Übrigens ist SIR Elton John bemerkenswert agil für sein Alter (61- OK, F., für Dich ist das kein Alter, aber Du hattest sicher nicht so viel Sex & Drugs & Rock´n Roll! Denn sowas soll echt an der Substanz zehren!), auch wenn er viel kleiner und dicker zu sein scheint, als ich dachte- das konnte man von einem Großteil des Publikums nicht behaupten.
26. November 2008
Kennt ihr die Serie „Türkisch für Anfänger“? Anfangs chronisch unterbewertet und mit miesen Quoten gesegnet haben geneigte GEZ-Zahler die ARD dazu gezwungen, noch eine dritte Staffel zu drehen, die seit ein paar Wochen im Vorabendprogramm läuft. Und- wie es sein heutzutage muss- spielt die Serie natürlich im `hippen´ Berlin. Oda Balin, wa?!
Die Geschichten leben zum Teil vom Unterschied der Kulturen, Stereotypen und dem Konflikt unterschiedlicher Erziehungsmethoden.
Hier der eher konservative türkische Komissar, der sich alle Mühe gibt, seiner Frau, einer leicht durchgeknallten, schamanischen Psychotherapeuthin oder Psychologin, nachzueifern. In Balin.
Öl, in Form der Kinder Cem, Lena, Yamur und Nille wird reichlich ins Geschichten- und Konfliktfeuer gegossen.
Mich fasziniert diese Serie, weil einzelne Figuren Anleihen an meiner Berliner Verwandschaft nehmen: Denn besonders unsere Coussis haben wir in unseren Teenagerjahren gehasst für ihre Arroganz und Überheblichkeit uns Kölnern gegenüber.
Das hat sich mittlerweile gelegt und ich möchte behaupten, dass wir alle uns sehr gut verstehen.
Früher lief es bei Besuchen der Berliner in Köln so: „OK Coussis, lasst uns ma in de Zitti fahn´, falls ia sowat hia habbt.“ In der Zitti angekommen: „Watt isn ditte füan Doaf? Balin is viel jrössa.“ Ach nee. Balin is ja auch erst 750 Jahre + paar Zerquetschte alt, die hatten ja gar keine Zeit, irgendwas zu verbauen! Köln dagegen, Jaaaa!
„Wo ins hia dea Bolle, ick muss ma wat zu Mampfen koofn…“ Die Reihe liesse sich beliebig fortsetzen. Auto- und Radfahrer oder einfach Passanten anpöbeln gehörte auch ins Repertoire. Uns Rheinländern wurde Angst und Bange: Man kennt uns doch hier! Hört auf!
Glücklicherweise hörte das auf, als die Rheinländer in den diversen Berufsausbildungen eben wegen ihrer Spiessigkeit viel besser und schneller klarkamen (gefühlt zumindestens) und sich so zumindestens ein bisschen Respekt erarbeiteten.
Jedenfalls schaue ich mir Abends mit wohligem Schauer das Genöle von Lena und Doris an, und denke mit wohligem Schauer an die Zeit, als wir Rheinländer noch mit Berlin konkurrieren mussten. Denn wir haben gewonnen. Schließlich wohnen wir im Mittelpunkt Europas. Und im Mittelpunkt der Republik muss ich nicht wohnen!
PS.: Ich mag Berlin trotzdem sehr-mittlerweile!
25. November 2008
Die deutsche Wirtschaft geht den Bach herunter, wenn man den Medien glauben darf.
Leider scheint wirklich etwas daran zu sein an dieser Behauptung, denn es kann nicht gut sein wenn irgendjemand im sehr grossen Stil Geld ausgibt, das ihm nicht gehört. Jedenfalls besonders dann nicht, wenn derjenige, dem das Geld eigentlich gehört, selber keins hat.
So praktisch eine Kreditkarte ist, sehe ich die harmlos aussehende Plastikkarte als ein Instrument, sich komfortabel in eine Abhängigkeit zu stürzen. Sozusagen ein Trojanischer Pferd der Kreditwirtschaft- ach, daher der Name!! Überraschung!! Und das Tolle ist: So richtig weh tut es erst, wenn der Dispo ausgeschöpft ist. Der Dispo ist ein weiteres Instrument der Sklaverei zugunsten der Finanzwirtschaft. Dispositionskredit: Bereinigt Indisponierung. Streifenfrei!
Ich persönlich mache mir keine besonderen Sorgen, in der Kreditsklaverei zu landen, denn richtig angewendet können beide Instrumente unsere Volkswirtschaft gesunden lassen: Konsumieren, konsumieren und nochmal konsumieren! Das müsst ihr tun, Mitbürgerinnen und Mitbürger! Jawohl. Und dabei eure finanziellen Grenzen im Blick behalten!! (Jaaaa, das ist wichtig! Man kann nur Geld ausgeben, das einem auch gehört!!)
Wir werden den Konsum wohl erstmal nicht stärker anschieben: Obwohl Ihrer Meinung nach die Hosen langsam eng werden, will sie noch warten. Und dann später Second Hand kaufen. Unsere Weihnachtsgeschenke werden nicht schmaler ausfallen, sondern nur etwas kleiner und zweckgebundener.
Unsere Leistung für die Volkswirtschaft beschränkt sich auf das Schaffen von Werten (Ja, Bildung ist ein Wert!) und den Erhalt der Gesundheit des Volksmundes (Achtung, Kalauer!). Wir konsumieren weiterhin Lebensmittel und Energie, jedoch letzteres nicht im gesteigerten Mass.
Liebe Wirtschaftspolitiker, habt Geduld mit uns: Der Aufschwung wird im Sommer kommen. So im Juni. Dann werden wir konsumieren, dass das BSP steigt: Windeln, Kleidung, Salben, Cremes, Breichen, Milchfläschchen, Schmusetierchen, Mobilees, geruchsdichte Mülleimerchen, schalldichte Türchen und Still-BHs und vieles, vieles mehr.
Onkelchen, Tantchen, Omas und Opas (bzw. Ommmmas und Opppppas) machen sicher auch mit.
Toll, was? Kinder als Wirtschaftsmotor. Und gegen die Überalterung wird auch noch was getan!
Ich bin genial! Was für ein Konzept! Gleich morgen trete ich in eine Partei ein! Oder besser: Ich gründe eine!
24. November 2008
Sparbuch
Posted by babyinkoeln under Top Secret, Uncategorized | Schlagworte: Vorsorge |Leave a Comment
Als ich 18 Jahre alt wurde, bekam ich von meinem Großeltern ein Sparbuch geschenkt.
Das Geld darauf sollte mir als Ausbildungsbeihilfe dienen, durfte nicht für den Führerschein oder ähnliche Eskapaden verwendet werden. Genau deshalb war auch noch etwas übrig, als ich mit meiner Ausbildung fertig war, und dieser Rest wanderte wieder auf ein Sparbuch.
Weil er da zuwenig Zinsen brachte, informierte mich meine Braterbank, doch etwas für die Gewinnoptimierung zu tun. Ausserdem könne ich der Abgeltungssteuer so ein Schnippchen schlagen. Dummerweise waren alle Abgeltungssteuerschnäppchen an eine lange Laufzeit und undurchschaubare Aktienportfolios geknüpft. So also blieb es beim Sparbuch-Festgeld.
Ob heutzutage so etwas noch funktionieren kann- ein Sparbuch verschenken-, oder ob man sich später von der Brut anhören muss, zu defensiv investiert zu haben?
Ich jedenfalls habe meine Zweifel, zumal ich derzeit die Diplomarbeit (BWL- Bitte weniger Lernen!!) meines Bruders Korrektur lese. Was für ein krasser Stuff!!
Wenn man das so liest, meint man, aus NICHTS Geld machen zu können, man muss nur einen Dummen finden, der den Fehler macht, für NICHTS zu bezahlen. Man kann auch darauf wetten, dass man einen Dummen findet, oder, dass man eben keinen findet (Future + Asset-Marketing, Leerverkäufe!!). Ich fürchte, damit ist das Prinzip des modernen Finanzwesens nahezu vollständig umrissen, Sorry!!
Jedenfalls muss ALPHA generiert werden, auf Teufel komm raus! ALPHA ist die Nettorendite. Und dazu muss man den richtigen Manager finden. Wie? Jaaa, das ist die Frage, mit der der philosophische Teil der Arbeit beginnt. Lustigerweise ist ALPHA für aktive Fonds (Vulgo: mit Manager=Kosten) im Schnitt nahezu identisch mit dem für passive Fonds (ohne Manager=weniger Kosten), das Risiko unterscheidet sich jedoch erheblich. Merke: Wo der Mensch dran fummelt, geht mit Sicherheit (Haha!) auch was schief!!
Jedenfalls verfolgt mich seit letzter Nacht ein grosser, eckiger und aus dem Mund qualmender Roboter mit der Aufschrift `Core-Sattelite´ und hupt aus seinem dampfenden Typhoon: „OLPHO GÖNÖRIIIEÖÖÖN, OLPHOO GÖNÖRIIIIRÖN!“ Hinter ihm läuft ein kleiner Droide mit Augen aus gelben Glühlampen und der Aufschrift `Asset-Marketing´ und klappert in rasender Geschwindigkeit: „Beta der Benchmark angleichen, Beta der Benchmark angleichen!“
Junge, Junge, was für eine Nacht. Mich jedenfalls wundert nichts mehr, was unsere derzeitige Finanzkrise angeht.
Aber man sollte das Ganze versöhnlich schließen: Die Schuldigen sind nicht unbedingt die, die hohe Rendite erwirtschaften, sondern die, die sie fordern bzw. die Forderung danach dem Kunden implementieren/suggerieren.
Wie sagte unser Bundespräsi noch so schön: „Wir sollten uns auf die Werte des soliden Bankiers zurückbesinnen, und ich sage bewusst Bankier und nicht Banker…“
Bald werden wir ein Sparbuch anlegen. Für die Ausbildung. Keine Eskapaden.
23. November 2008
Dideldumdum-Dideldumdum..
Posted by babyinkoeln under So kann´s gehen | Schlagworte: Nokia |Leave a Comment
Heute Abend war ich in einem Konzert der Kölner Orchester Gesellschaft, einem der ältesten Orchester Kölns. Es ist ein reines Laienorchester und ziemlich gut. Ihre Eltern waren mit dabei zu sammen mit einem Paar niedlicher Strümpfe, die auf der Zugfahrt gestrickt wurden. Scheint so, als ob das Kind mehrfach umstrickt würde.
Daz Konzert lief ziemlich gut. Im zweiten Teil wurde Dvoraks 8. Sinfonie gegeben. Der letzte Tonsdes ersten Satzes war noch nicht verklungen, da machte es: Dideldumdum, Dideldumdum, Dideldummmdummmdummm-Nokia!
Wie kann man nur so dämlich sein, und sein Handy auf dieser Lautstärke im Konzert eingeschaltet lassen? Wenigstens gab es höhnischen Applaus.
Viel besser ist das hier: www.chilloutzone.de/blog/archive/2008-11-10/opus_nokia_am_piano_frei_inter
22. November 2008
Ich bin ein Wintermensch. Am besten ist es knackig kalt und dabei ganz trocken. Es ist gerade irgendwie anders- die angekündigte Kälte liess mich auf trockenes Wetter mit dem Motorrad hoffen. Aber es ist trotzdem toll. Ich ging eben in die Stadt und da sah es so aus:
Natürlich blieb nichts liegen und nach 10 Minuten war der Zauber auch wieder vorbei. ABer in dem Moment mummelte ich mich in meine Jacke ein und liess mich einschneien. Schöööön!
Zu den Kaizers von letzten Sonntag habe ich noch einen kleinen Nachtrag. meine Handyfotos waren doch ganz gut:
Jedenfalls freue ich mich wie ein Kind auf den Schnee, die Kälte und am besten dazu gleißende Sonne!
Auf ins Wochenende!!
21. November 2008
Heute hatte ich eine Konferenz, oder-wie sie zu sagen pflegt: „Komforenz.“
Diese Wortschöpfung ist ziemlich frühkindlich, hat aber Weisheit in sich: Es versteckt sich das Wort Komfort. Heisst das nun, ich soll es mir möglichst bequem machen? Oder geniesst der Ausführende das Gefühl/Wohlgefühl/Komfort endlich mal gehört zu werden?
Mein neuer komissarischer Chef jedenfalls versammelt sein Volk ääh- seine Mitarbeiter um sich, um sich an der schieren Masse Menschen und dem Gelächter der Oberärztinnen über seine schlechten Witzen zu delektieren. Ansonsten führte die Veranstaltung lediglich zu wenigen Erkenntnissen uns ist streng genommen völig sinnlos:
Ich jedenfalls wunderte mich, dass ich der einzige war, der wusste, warum man auf Schlachthöfen nicht mehr an Rinderzähne kommt. (Das liegt am BSE: Da muss alles egal ob mit oder ohne BSE was Nerven hat, verbrannt werden…) Nun ist der Nerv des Zahnes nicht das Problem, wohl aber die dicken Stränge dahin. Jedenfalls sind Rinderzähne bei ihm für Studien absolut gesucht. Da aber die Doktoranden die Zähne beschaffen ging dieses Detail wohl durch.
Ebenso die Aufregung über einen Studenten, der für eine Brücke zu viel Gold verbraucht hatte: „Das braucht der Patient für ein christliches Begräbnis“, versuchte ich zu vermitteln. Der Chef (Urbayer): „Wösholb? Dös klapperrrt doch nur in drrr Urrnen!?“ „Das ist aber kein christliches Begräbnis.“ „Jo wos!“
„Sehen Sie, das ist wie mit den Zimmerleuten: Der Ohrring sollte auch für den Fall sein, das einer vom Dach fällt!“ „Jo woas, so an klaans Dingn hebt oan gschtandnes Mannsbild oa net.“
Keine weiteren Fragen, euer Ehren.
Ebenso war im unklar, warum ausgerechnet junge Männer an Mundtrockenheit leiden- da hatte eine eigene Studie gezeigt, die er vorstellen liess. Er führe das auf sexuelle Unterforderung zurück (Häää???).
Kollege P. und ich dagegen eher auf gesteigerten Alkoholkonsum. P.: „Wenn ich einen saufe, hab ich immer morgens so eine trockenen Mund, Du doch auch, oder?“ Dazu machten wir die typische Trinkerhandbewegung. OA S. hatte sich in den Sichtschatten gesetzt und konnte über das Gejuxe der niederen Chargen ehlich ablachen und bei Wortmeldungen des Chefs schöne Grimassen schneiden.
Jedenfalls hat das Ganze nichts gemacht ausser Zeit verschwendet. Und die Erinnerung an die Vorlesungen von früher hervorgekramt: Ich fand schon immer, dass weisse Schrift auf schwarzem Grund furchtbar ist. (genauso wie animierte Buchstaben in PowerPoint!)
Was hat das mit Kindern zu tun? Das Ganze erinnert mich an mich selbst. Schon als Kind war mein Kopf ein Hort unnützen Wissens. Das kann ich nun alles anwenden. Und in den Jahren habe ich noch viel mehr angesammelt. Wisst ihr z.B. welche Schraube am Fahrrad ein Linksgewinde hat? Wusste ich schon mit sechs Jahren: Tretlagerschalen. Hab ich aber mangels Körperkraft nicht testen können. Wie schnell fliegt eine Schwalbe oder welche Dicke eines Gegenstandes kann der Ultraschall einer Fledermaus wahrnehmen? Wusste ich schon, bevor es Wikipedia überhaupt gab. Kurioses und Nutzloses saugt mein Hirn auf wie ein Schwamm.
Heute würde ich gerne wissen, wie unser Kind entwickelt ist, ob es hört, fühlt oder sieht. Hab ich alles gelernt- muss ich aber nachschlagen. Ich weiss nur, ab wann der Kindesurin im Fruchtwasser nachweisbar ist. Komisch.
Aber auf sowas hätte ich mal kommen müssen: http://www.chilloutzone.de/files/08102905.html
21. November 2008
Hier noch ein kleiner aber feiner Nachtrag zu gestern:
http://www.welt.de/satire/article131648/Hauptstadtreporter.html


