Zum Tag selbst ist noch zu sagen, dass wir uns noch bei Kaffee und Kuchen und später in einem netten Fischlokal noch ein bisschen verwöhnen liessen. Die Zwischenzeit (also die Zeit zwischen den Mahlzeiten) verbrachten wir mit einem langen Spaziergang bei schönstem Wetter in bitterer Kälte.
In den Tag danach entliess uns mein Vater, der noch so gegen 22:20 Uhr anrief, um nochmal alles `Gute und Danke für das Fest´zu sagen.
Zu dem Zeitpunkt lagen wir schon im Bett, aber als das Telefon klingelte, hatte ich schon reichlich Adrenalin im Blut: An der Anzeige sah ich, dass es meine Eltern waren. Ich selbst gehöre zu der Generation, die Telefonanrufe nach 22:00 Uhr nur in Notfällen tätigt und daher immer alarmiert ist, wenn sie selbst einen so spät bekommt. War dann aber ja nichts schlimmes. Im Gegenteil. Wir hatten allerdings schon geschlafen (nur das Baby nicht, das hat geturnt!).
Der Tag danach- also heute- begann damit, dass Sie mich, während sich noch unter der Decke kuschelte, kritisch musterte.
„Von vorne geht´s bei Dir so gerade, da siehst Du schon ziemlich gebraucht aus. Umdrehen! Naja, schon besser. Aber ich dachte, man bekommt bei so einer Hochzeit was neues, und nicht sowas abgewetztes!“ „Du weisst ja, wo Du Dich bedanken kannst, jedenfalls bin ich gekauft wie besehen!“
„Gebrauchte haben ja auch Vorteile- die Kinderkrankheiten sind durch- und die Reparaturanfälligkeit sinkt, und Du kennst schon alle Macken!“ „Ja, und Du musst nicht mehr so vorsichtig sein, wenn da mal ´ne Beule reinkommmt, merkt man´s kaum und reparieren muss man auch nicht unbedingt.“
Unsere Küche heisst nun `Frauengefängnis´, worauf ich einwarf, dass diese kleine Reling in Bodennähe zum Einhängen der Fußkette noch fehlen würde.
„Und Sex macht nun garkeinen Spass mehr, jetzt dürfen wir ja! Gut, dass wir das mit dem Kind schon vorher erledigt haben, oder?“
Eben fragte Sie noch, ob ich meine kleine Rede vorher geübt habe. Hatte ich nicht, nur ein paar Gedanken habe ich mir im Vorfeld aber doch gemacht.
Eigentlich wollte ich frei nach K. Beikircher sagen: „Also, Westfalen und Rheinländer unter einem Dach! Es ist nicht schön, aber Ihr seht, es geht!“ (Nix für ungut!!)
Die anderen Dinge fand ich aber wichtiger.



