Februar 2009


Zeh, Ah, Eff- Eff, Eh Eh, trink nicht so viel Caffee….

„So eine bekommen wir auch mal, wenn wir eine richtige Küche haben“ sagte die Beste von allen beim Anblick des Kaffeevollautomaten ihrer Eltern. Ich denke jedoch, ich haben ein paar Tassen zu viel davon getrunken:

http://www.chilloutzone.to/video/franzoesisches-koffein.html

Kinder, so sagt man, saugen Begriffe, Schimpfworte, Tricksereien und viele Geheimnisse auf wie ein Schwamm, um sie dann zur Unzeit, ohne um deren Bedeutung zu wissen, von sich zu geben. Dabei werden überwiegend die Eltern kräftig blamiert oder der Steuerfahndung in die Arme getrieben.

Zugegeben, es klang schon irgendwie geheimnisvoll, als meine Mutter mir sagte, ich solle níemandem erzählen, dass unser Garten von einem Studenten angelegt wurde- dieser arbeite schwarz bei uns. Ich hielt das eher für eine feine Umschreibung von „viel Arbeit, wenig Lohn“ (Ausbeuterei!) und natürlich richtig, daher schwiegen ich und meine Brüder (Ausbeuter!).

Ein anderes Mal konnte ich jedoch die Klappe nicht halten, als ich dem Pastor, den meine Mutter quasi vergötterte, in dessen breiten Schatten stehend mitteilte, dass er „aber einen dicken Bauch habe“ (1,70 m, 110 kg). Meine Mutter wollte wohl im Boden versinken, besagter Pastor lachte nur dröhnend- offensichtlich seiner Schwäche bewusst und im Wissen um die Tatsache, dass Narren und Kinder die Wahrheit sagen.

Wenn man sich beobachtet, bemerkt man, dass sich eine Menge Schimpfworte und Flüche ins Alltagsvokabular eingeschlichen haben. Und das alles kann das Kind ja in die Öffentlichkeit tragen! „Mein Papa und meine Mama sagen aber auch immer FUCK, wenn ihnen das Butterbrot runterfällt! Jawohl!!“ Oh- mein- Gott- wie- peinlich!! (Und das ist ja noch ein relativ harmloses Szenario! Man bedenke nur die Möglichkeit des Vergleiches von Genitalien oder Geläster über die anderen Eltern!)

Deshalb habe ich mir einiges vorgenommen: Weniger Fluchen. Da ich täglich etwa 10 Kilometer mit dem Fahrrad durch Köln fahre, fällt mir das wirklich schwer!

Als Strategie habe ich mir überlegt, statt wilde Verwünschungen auszustossen, das Ganze mit Freundlichkeit zu tarnen (Versuch der Ironie- verstehen Kinder angeblich nicht.). Garnicht so einfach. Wird mir die Vorfahrt genommen- ich winke fröhlich mit lachendem Gesicht hinter den Autos her. Ich werde abgedrängt- ein höfliches Dankeschön (Lachen, Freundchen, lachen!!) kontert. Ich reagiere gelassener, wenn mir einer Unrecht tut. Und immer schön lächeln!!

Idiotensicher, möchte man meinen. Ihr erinnert Euch an den kleinen Zusammenstoss, den ich neulich schilderte („Ich hack Dir die Finger ab, Du Arschloch……usw.!“) Leider ist der durchschnittliche Verkehrsproll nicht in der Lage, eine echte Bleidigung (Mittelfinger) von Ironie (fröhliches Winken nach Verkehrsverstoss) zu differenzieren (Hast Du doch eben gesagt- Kinder verstehen keine Ironie, nä?).

Ich spaziere also durch eine verkehrsberuhigte Zone (Früher: Spielstrasse) d.h. Fussgänger Vorrang, alle anderen: Schritt fahren. BMW hupt mich an, weil ich seine Bahn kreuze. Ich lächle und winke und mache Platz. Hätte ich mal besser gelassen. „Alta, willst Du misch dissen? Ey, latschst da uber Schtrasse? Bist Du panne oda was? Ey SchpielSchtrasse- bist Du Schpielkind, oda was?“

Naja, wenigstens wurden mir keine Schläge angedroht

Nun, nach dem letzten Termin bei der Frauenärztin sind wir, was das Geschlecht unseres Kindes angeht, nicht schlauer als vorher. Zugegeben, wir würden es auch nicht verraten, aber wissen würden wir es schon gerne. Abgesehen davon ist alles in bester Ordnung, abgesehen davon, dass ihr Bauch ordentlich wächst.

Ein Grund unserer Geschlechtsauskunftsverweigerung  ist, dass den Gerüchten zufolge besonders Großeltern nach der Geschlechtsauskunft in einen wahren Baby-Kaufrausch verfallen sollen, und dabei haufenweise nutzlose Dinge anschleppen, die hauptsächlich dzu angetan sind, die jungen Eltern zu nerven (motorisierte Mobiles, die in einem Fort die kleine Nachtmusik spielen, Quietscheentchen mit MP3 Wiedergabefunktion- mit 200 vorinstallierten Tiergeräuschen!! Supi!!), oder zumindestens doch die Schränke zu füllen. (Jedenfalls habe ich das mal so gehört, vielleicht gibt es auch Ausnahmen?!)

Falls ihr das mitlest- nicht beleidigt sein- aber alles, was dem Kinde geschenkt werden wird, das irgendwie elektronisch Geräusche erzeugt, wird SOFORT bei Ebay versilbert! Kapiert?

Unsere Freunde aus den USA sind da, und wir konnten sie ein paarmal treffen. Sie erzählten uns folgende Geschichte:

Amerikas Urprinzip ist die Aufrechterhaltung des Konsums (Logisch, uns geht´s da genauso, oder? Dewegen läufts derzeit auch nicht!).

Damit das klappt, hat die Amerikanische Industrie jede Menge von Feiertagen erfunden (Nein, Weihnachten nicht, dafür den Valentinstag!), zu denen den Bürgern die Notwendigkeit des Kaufs von  Geschenken und damit Konsum suggeriert wird (Damit sie das Geld für den Konsum verdienen können, bekommen sie sicherheitshalber nicht frei wie in D, können dafür fast überall nahezu rund um die Uhr einkaufen).

Eine Einrichtung, die das gleiche Ziel hat ist der s. g. Babyshower. Dazu ist es unerlässlich, das Geschlecht des Kindes zu kennen. Es wird eine Party für die werdende Mutter ausgerichtet, un diese erhält dann Geschenke, die dem Kinde gefallen mögen (Oh—my—god—! It´s —-soooooo sweeeeet! Won´t it look sooooo cued? Thank you a million times and so on and so on.).

Die besondere Schwierigkeit ist dabei das Beachten einer ungeschriebenen Etikette zu deren einfacheren Regeln gehört, dass weibliche Embryonen mit rosa, männliche mit himmelblauer Ausstattung bedacht werden. How sophisticated!!!!!

Unser Kind wird derzeit geschlechtsneutral bestrickt. Mit glühenden Nadeln werden Kunstwerke geschaffen, die sich sicher gut in den diversen coolen Szeneläden z.B. in Prenzelberg verkaufen liessen. Der gefühlte Output würde derzeit sicher reichen. (Okay, es wird auch ein schon geborenes Kind bestrickt!)

Der richtige Karneval rückt derzeit näher und näher. Brrrr. Früher fand ich es toll, als Hänneschen verkleidet auf der Pfarrsitzung kölsche Rümpcher und Verzällcher zu singen und mir nachher die Sitzung anzusehen, aber heute? Da geht bestenfalls die Stunksitzung.

Bin froh, wenn Aschermittwoch ist. Alaaf.

Das in der Überschrift erwähnte Gebäude gibt es nicht mehr.

Wo wir schon verheiratet sind, haben wir langsam aber sicher schöne Schränke und noch schönere, vom Oppa handgeschliffene und gesägte Regale. Ebay hat das seine dazu gegeben, und so wich der Riesenschreibtisch einem Sekretär und die Beste von allen schlug mich noch kurz zu einem Boxenkauf der Firma Nubert breit („Ich werde das Zimmer dann ja auch sicher mehr nutzen…“), und ich sortierte meine alten Böxchen, die schon meines Vaters Praxix beschallen sollte, endlich aus. Wir werden also langsam aber sicher seriös.

Sogar das Bett lässt sich mittlerweile richtig klappen (allerdings ist der Segen des Oppas noch nicht erteilt- er ist sozusagen der Handwerker-TÜV, der meine -ohne handwerklichen Background- erdachten Lösungsansätzen eher kritisch gegenübersteht, gerne aber auch handwerklich fundierte und trotzdem haarsträubende Denkwege beschreitet!)!

Und unter diesen Eindrücken wurden wir von einem der wenigen Schulfreunde eingeladen, die mir noch geblieben sind. Kommentar zu seiner Domäne: „Tja, es sollte die ultimative Junggesellenbude sein, aber kurz nachdem ich eingezogen bin, habe ich T. kennengelernt….“

Zugegeben, Platzprobleme hätte er sogar mit einem Flügel nicht, aber da die 200 Quadratmeter alle offen gestaltet sind, wirds mit munteren Kindlein, die ab 6 Uhr durch die Bude toben sicher notwendigerweise zu einer hübschen kleinen Trennwand reichen.

Eine tolle Wohnung. Auf eine sympathische Art edel und doch nüchtern, aber nicht ungemütlich eingerichtet. Ein Traum!

Das Folgende wollte ich Euch nicht vorenthalten (Ich weiss, das mögen nicht alle, aber es steckt leider sehr viel Wahrheitsgehalt drin!)

http://www.chilloutzone.to/video/der-neue-simpsons-vorspann.html

Meine Frau hat schon ein wenig die Nase voll von der- wie sie sagt- Körper WG.

Aber eigentlich ist das doch die praktischste Darreichungsform von Kindern, da sie zwar immer mit dabei, aber nie laut oder quengelig sind. Wobei das letzte nicht so ganz zu stimmen scheint.

Unser Baby jedenfalls mag keinen Kaffee (oder verträgt ihn nicht gut) jedenfalls geht in ihrem Bauch ein tolles Gerumpel los, sobald der erste Schluck ein paar Minuten drin ist.

Das Kind rotiert auch so hin und her, besonders, wenn es ruhig ist. Mehr Geschaukel!! So scheint es zu morsen: Kick, Box. kurz kurz lang lang kurz! Gebt Gas, ihr müden Tassen!

Naja, wir sind jedenfalls am Montag wider in einem Krankenhaus gewesen. Und endlich hat sich alles bestätigt, was ich schon letzte Woche erwartet hatte. Nicht nur, dass die unvermeidliche Frage zur Parkplatzsituation kam, nein- endlich waren wir mal die jüngsten (die meisten waren eher Anfang 40 als Ende 30, Designerklamotten, Makeup und anzugbekleidete Begleiter).

Werdende Mütter sind ja so eine Sache für sich: „Wie werden denn hier die ersten drei Phasen des Bondings durchgeführt?“ Nur ein sanfter Ellenbogencheck von rechts verhinderte eine freche Antwort meinerseits („Mit drei verschiedenen Phasen: Ätzen, Priming, Bonding, Lichthärten…..“)

Oder: „Ich bin Zweitgebärende und hatte einen Dammriß 2. Grades bei der Erstgeburt- ab wann schneiden Sie hier denn?“ (Ich galube, so haben früher Männer mit ihren Kriegswunden angegeben!)

Oder auch (Vater): „Wenn  ich ein Familienzimmer buche, wer garantiert mir, dass es auch frei ist?“ „Was kostet ein Einzelzimmer und können Sie mir das garantieren?“ Ich hatte schon nach einer Viertelstunde die Nase voll, aber wir wollten noch den Kreißsaal sehen.

Da gab es auch eine tolle Wanne für Wannengeburten und Entspannung. Ein werdender Vater (Anzug Armani, Schlips Boss) bemängelte die fehlenden Luftsprudeldüsen, worauf ich ihm vorschlug, er könne ja ein Stück Schlauch mitbringen, und dann sich blasend ein bisschen in die Entspannung einbringen….

Ich war froh, wieder im Auto zu sitzen. Merkwürdige Klientel aber tolles Krankenhaus.

Auch, wenn es noch ein bisschen dauert, bis der wahrscheinliche Geburtstermin ansteht, habe wir trotzdem die Krankenhausbesichtigungsinformationstouren begonnen.

Mein Kollege warnte mich vor, schließlich hatte er diese Ochsentour vor einem Jahr mitgemacht und wurde samt seiner Frau von den Anwesenden anderen Paaren merkwürdig gemustert, da die beiden die einzigen unter 40 waren.

So vorgewarnt fuhr ich nach der Arbeit in das fragliche Krankenhaus in der Kölner Südstadt. Nun, wir gehörten zu den jüngeren, aber waren bei weitem nicht die einzigen unserer Altersklasse. Puuh, so ein Glück.

Der Stationsleiter, Pflegerinnen und Hebammen erzählten von ihren Philosophien, Pflege- und Behandlungsansätzen. Danach war Zeit für eigene Fragen. Da kam natürlich eine ganze Menge zu Notfallbehandlungen, Wehenbetten und dem Kreißsaal.

Aber auch: „Sagen sie, Professor, ist das immer so schwer, hier einen Parkplatz zu bekommen? Haben sie kein Parkhaus?“ Ich kicherte ein bisschen ganz leise in mich herein. Huauahahahah! Parken und Köln (egal welches Viertel) passt ungefähr so zusammen wie Übersichtlichkeit und Neuss a. Rh. (ausgezeichent vom Bund deutscher Fahrlehrer für besonders chaotische und unübersichtliche Einbahnstrassenführung- wer schon mal da war, weiss, wovon ich rede!).

Tja, Puppe, bestell schon mal ´ne Taxe! Oder nimm die Bahn!

Gerade läuft Ian Gomm (Holländer) im Radio „Hold on to what You got“- muss ich mal kurz hören und mitsingen…

Jedenfalls ist es ziemlich interessant, wie so ein Kreißsaal heutzutage aussieht- irgendwie garnicht medizinisch und im Rahmen des Möglichen auch gemütlich. Ausserdem ist gegenüber eine gute Pizzeria, die schon unsere Freundin mit heißer Ware versorgt hat. Und es ist linksrheinisch. Morgen schauen wir das nächste Krankenhaus an (linksrheinisch).

Hauptsache dem Kind gehts nicht wie diesem:

http://www.chilloutzone.to/video/is-this-real-life.html

Gestern war der letzte offizielle Tag des Semesters.

Alle mussten putzen und die Sachen, die sehr gründlich ruiniert waren, ersetzten. Bis vor ein paar Tagen sah es so aus, als wäre kaum etwas kaputtgegangen.

Aber dann kam alles anders- oder, wie ich zu unserem Materialkundler sagte: Überschätze nie die Intelligenz Studierender.

Meine Schäfchen hatten etwas unvorstellbares geschafft: Weil sie zu faul waren, harten Gips aus dem Vakuumanrührbecher zu entfernen, füllten sie einfach neues Pulver und Wasser ein.

Soweit noch kein echtes Problem, bis sie das Ganze in das Rührgerät einspannten.

Da der schon harte Gips das Rührwerk blockierte, rotierte nicht nur der Rührer, sondern gleich der ganze Topf. Und irgendwann machte er das auch nicht mehr, worauf das Wort „Überlast“ auf dem Display der Maschine erschien, und das ganze Ensemble bombenfest in der Rührmaschine festhing.

Warum? Durch die unnatürliche- von keinem Ingenieur gewollte- Rotationsbewegung des gesamten Rührensembles hatte sich der Deckel des Gipstopfes bombenfest mit dem eigentlichen Gerät verschweißt.

Also, liebe Dentalhersteller: Wenn ihr ein Gerät auf Idiotensicherheit und Belastbarkeit testen wollt, ich stelle euch gerne meine Studenten zur Verfügung. Dank völliger Gedankenlosigkeit der Prüfenden können wir so die Belastung von 10 Jahren in einem Dentallabor mit 20 Mitarbeitern in 13 Wochen simulieren!

Was der Nürburgring (D) und Death Valley (US of A) für Autohersteller ist unser Studentenlabor für die Dentalindustrie. Hier tauchen Probleme auf, die ihr euch noch nicht einmal mit voller Dröhnung im Kopf einfallen würden!!

Ich bin jedenfalls ganz froh, nun eine Weile ohne Studenten auszukommen. Aber eines hat mich noch sehr gefreut. Weil ich ja vor ein paar Monaten beim Kaizers Orchestra war und einige das mitbekommen hatten, schenkten sie mir eine CD von eben dieser Gruppe.

Und das fand ich toll. Falls einer von Ihnen das mitliest: Vielen, vielen Dank! Ich ferue mich sehr- sie läuft gerade!

Ist das ein Omen? Wirds ein Junge? Jedenfalls habe ich das eben im Netz gefunden:

http://www.chilloutzone.to/video/mords-geraet.html

Albercht Mayer- Oboengott. Albrecht Maaaaaayyyyer!!!!!

Wie kann man nur so einen tollen Ton haben, und dabei so cool und unangestrengt wie er aussehen?(Jajaj stimmt, er ist schon ziemlich alt geworden…)

Man benötigt ein Rohr wie ein Klarinettenblatt (nur in den Wind halten- Fuuuuuu!) aber besonders eine Oboe mit goldenen Klappen. Oder einen  kleinen Kompressor unter der Zunge. Woher ich das weiss?

Ich wurde von meiner besten Freundin, mit der mich unter anderem die Leidenschaft für die Oboe  verbindet, eingeladen. Ja- Albrecht Mayer ist eine Wucht. Und dieser Ton- zum dahinschmelzen!

Okay- die Oboe sieht mit goldenen Klappen so aus, als wäre sie für Köln mit seiner etwas zu Tand neigenden Rand- bzw. Bevölkerungsgruppe extra ausgesucht. Oder fürs Rotlichtviertel.

Das Konzert war toll. Gestört hat nur das Streichensemble, welches einige Stücke zu viel Vivaldi performte.

Gut, ich mag Vivaldi nicht besonders, weil ich mich dabei schnell langweile. Das taten die Streicher auch, oder wenigstens wirkte es so, weil sie die Stücke dermassen schnell und dabei ziemlich rotzig herunterrissen. Trotzdem dauerte das Konzert bis halb Elf.

Nachdem das Publikum bei der Frage nach einer Zugabe BACH rief, wurde es bei der zweiten Zugabe durch Münzwurf des 1. Cellisten überstimmt. VIVALDI.

So: Acht Programmpunkte. Drei Zugaben. Programm: 5x VIVALDI, 1x Marcello, 1x Lotti und 1x Geminiani.

Zugaben: 1x Habichvergessen 20.Jhdt., 1x Bach, 1x VIVALDI

Das macht absolut ca. 65% VIVALDI, in Spielzeit jedoch 85%. Puuh.

Dummerweise waren wir schon ziemlich müde, weil wir vorher im „Garten Eden“ ein All You Can Eat- Menü genossen hatten. (Burps) In jedem Falle hatten wir einen sehr schönen Abend.

Das Baby übte zwischendurch in meiner Frau zu Huase fürs spätere Atmen: Es hatte in den letzten Tagen ziemlich viel Schluckauf, turnte ziemlich viel und verhält sich der Blase gegeneüber ziemlich ungehörig.

In dieser Woche traf ich eine alte Kollegin, die ich sehr vermisse.

Sie hat im November einen Sohn geboren, dessen Name immer wieder für verwirrte Gesichter und ein gewisses Unverständnis sorgt. Die beiden sind gesund und munter, nachdem die Geburt und die Wochen danach ziemlich aufregend waren: „Etwas besseres ist mir nie passiert!“ Sagt sie.

Ja, darauf freue ich mich! Das Kind ist aber wirklich süss! Ob es so ein Bollerkopf wird wie seine Mutter (oder auch sein Vater??)?

Dieser erzählte uns eine tolle Geschichte: Während siener Schülerzeit (so mit 16) demonstrierte er viel und unter anderem gegen McDonalds. In einer Kölner Filiale der Braterei kettete er sich zusammen mit seiner Schwester an die Tische und wurde Stunden später von der Polizei losgeschnitten. Er bekam Hausverbot- klar.

Damit könnte die Geschichte zuende sein- ist ja spektakulär genug- und Jugendsünden hat jeder im Register.

Als er aber dann Jahre später als Student und insgesamt nicht mehr so kampflustig in eben dieser Filiale nach einer Party etwas essen wollte, wurde er zu seiner Verblüffung des Hauses verwiesen: Man hatte ihn erkannt.

Besagte Filiale rühmte sich vor einigen Jahren übrigens, dass sie bei McDonalds Deutschland die höchste Personalkonstanz zu habe (angeblich 90% der ursprünglichen Mitarbeiter nach 7 Jahren)

Egal. Falls der Kleine das nachmacht, sollte er lieber schnellhärtenden Beton nehmen- Lerne von Castorgegnern- da dauert das Losmachen länger! (Aber guck Dir vorhher nochmal Grey`s Anatomy an- in ein paar Folgen kann man viel über Körper in Beton lernen! Also nichts übertreiben!!)

Gewisse Mitglieder meiner Familie favorisieren für unser Kind Namen, die auch Spieler des 1. FC Köööööln!!! tragen. Lukaaas ist nicht der Favorit aber immerhin dabei. Unser persönlicher Favorit der Jungennamen ist es auch nicht.

Lukaaas Podolski und Barrak Obama wurden jeweils vom kölschen Bildungsblatt Express als Messias bezeichnet (Warum auch immer- beide werden uns viel Geld kosten).

Daher machten sich die Mitternachstsspitzen gestern Abend den Spass, beide in einem fingierten Interview „zusammen“ antreten zu lassen:

„Herr Präsident, wenn Sie nach Afghanistan gehen, was wird sie erwarten, was werden Sie tun?“

BO: „……..“

LP: „Afghanistan? Kennisch nich. Is das rechtsrheinisch?“

„Herr Präsident, da erwarten sie die Taliban!“

BO: „………“

LP: „D kanner noch froh sein. Wenn isch nach Köllln komme, wachten auf misch die Höhner!!“

HAHAHAHA!!!

Ihr wundert euch bestimmt, warum ich in den letzten Tagen und Wochen eher unregelmässig geschrieben habe: Es ist kaum etwas um das Kind herum geschehen. Es boxt, schläft und wächst. Die Mama hat langsam aber sicher zumindestens im Stehen einen netten kleinen Bauch, der mir sehr, ihr aber nicht so sehr gefällt.

Was sonst so geschehen ist, hat kaum was mit dem Kind zu tun. Sie ist verstummt- jedenfalls fast, denn sie hats im Hals. Mist.

Ich habe neulich auf einer Fortbildung einige Zahnärzte aus meiner Lehrzeit als Zahntechniker getroffen, die mich teilweise echt mies behandelt haben: Sie wurden meiner ansichtig und man konnte sehen, wie es hinter den Stirnen arbeitete- irgendwoher kenne ich den Kerl……

Mein Chef (ehemaliger) stellte mich dann vor: „Blablabala…… Lehrjunge, jetzt studiert und promoviert an der Uni….“

Den Kollegen fielen die Augen aus dem Kopf: „Herr Kollege, lassen sie uns anstossen! Prosit!“ (Früher: „Ey, du, jetzt beweg Dich und renn hoch/ fahr los/ beweg deinen Arsch und hol das Mistding……usw. usw.“)

Ein anderer: „Und was macht ER so an der Uni?“ Ich: „Wer?“ „Na ER!“

Ich: „Kollegen, was wir an der Uni machen ist viel banaler als sie so denken. Wir versorgen überwiegend die Patienten mit viel Beratungsbedürfnis, viel Behandlungsbedarf und wenig Geld. Kurzum die, die Sie in Ihren Praxen nicht so gerne sehen und dann an die Uni verweisen.“ Das war dreist-aber keiner protestierte. Hat Spass gemacht, die Kollegen zu entlarven.

Erschreckend war allerdings auch, dass nicht nur Studenten, sondern auch fertige Zahnärzte teilweise nicht in der Lage sind, aus einem strukturierten Vortrag verwertbare Informationen zu ziehen, und sich in der anschließenden Diskussion (ausschließlich durch die Nichtwisser geführt) durch profundes Nichtwissen zu outen, während alle anderen die Augen verdrehen und endlich ans Buffet wollen.

Besonders nett:

„Das System ist ausschließlich für Vollkronen und Brücken verwendbar.“

„Kann man mit dem System auch Veneers und Teilkronen machen?“

„Nein, das System ist ausschließlich für Kronen und Brücken verwendbar.“

„Aber ein Veneer und eine Teilkrone ist nach Shillingburgh eine Krone!“ (Stimmt nicht- alles Teilkronen)

„Es geht hier ausschließlich um Vollkronen!“

„Ja- und Brücken jetzt nicht?“

Ohne Worte, oder? Auch für Fachfremde!

In der Uni geht es endlich auf das Semesterende zu. Nun beginnen die echten Dramen- bei Studierenden, denen ich es so überhaupt nicht wünsche. (Auch bei manchen, wo ich es mir wünsche! Fies!)