Drivin´my car


Wider Erwarten bekam letzten Freitag das sanitärfarbene Auto eines bekannten, sich derzeit permanent in den Schlagzeilen befindlichen Herstellers, welches wir als Dauerleihgabe von den Schwiegereltern haben, noch einmal zwei Jahre TÜV mit geringen Mängeln (sic!!) und dem wenig dezenten Hinweis, das Auto aber in zwei Jahren doch zu verschrotten.

Sozusagen wurde das automobile Gnadenbrot gegeben. Brav, Liese!

Hatten wir ursprünglich die Idee, uns einen Neuwaren anzuschaffen, um die „Umweltprämie“ mitzunehmen, sind wir von diesem Gedanken wieder abgerückt. Besonders da das Automobilblättchen, mit dessen Erwerb ich den Arbeitsplatz meiner Schwägerin subventioniere neulich schrieb, wie billig Dank der o.g. Prämie derzeit Gebrauchte Fahrzeuge mit ca. 3 Jahren Alter wären.

Und so schauen wir nun nach einem Auto, dass so drei Jahre und maximal 60.000 km alt ist. Und günstig soll es auch noch sein, sicher und sparsam. Innen groß und aussen klein, damit man auch noch einen Parkplatz finden kann. Da gibt es eine Riesenauswahl: Opel Astra (aktuelles Modell), Ford Focus (vor dem diesjährigen Facelift), Kia Cee´d, Toyota Auris, Mazda 3, VW Golf V…..

Gefragt wäre ein Benziner. Automobilisten, habt Ihr Vorschläge?

Vielleicht habt ihr nun auch bald Wochenende. Nun geht die Arbeit richtig los: Einkaufen, Putzen, Waschen und die nächste Woche vorbereiten. Und vielleicht ergibt sich die Gelegenheit einmal wieder ordentlich auszuschlafen.

Zum Wochenede sollte man die vielen kleinen Uneinigkeiten und Streitereien begraben- oder man gräbt sie erstmal aus, denn nun kann mal alles so richtig schön ausdiskutiert werden.

Gut, Autohändler haben in diesen Tagen kein Wochenende, weil die ganzen Leute mit der Rechenschwäche nicht gerafft haben, dass ihre 10 Jahre alte Karre doch mehr wert ist, als die vom Steuerzahler grosszügig zur Verfügung gestellten 2500 Euro. Jaja, nicht nur Fachblätter wie die `Auto Bild´ geben da interessante Einblcke, sondern auch die Schwacke-Liste.

Eine Expertin erwähnte in einem Nachrichtenmagazin mit einem leicht maliziösen Lächeln, dass ein fahrbereites Auto mit Rest-TÜV und 3-Wege Kat (also grüne Feinstaubplakette) in der Regel immer noch 100 Euro im Verkauf bringen. D. h. für die Vernichtung von 1000 Euro wird man mit 2500 Euro belohnt. Macht aber nach Adam Riese nur 1500 Euro Zuschuss.

Ich frage mich, ob das vielleicht Absicht war?!

Aber zurück zum Wochenende. Man kann aber auch der Liebsten einen kleinen romantischen und musikalischen Leckerbissen zum Wochenende servieren: http://www.chilloutzone.de/files/09012301.html

Ich werde es machen. Aber dazu werde ich sicherheitshalber etwas richtiges zu Essen reichen!

Heute ist unserer letzter Tag als Ledige.

Wir haben viel zu erledigen (Haha.).

Was für Steuerklassen sollen wir auswählen, wer gibt uns einen Termin beim Amt, hat uns das Lokal nicht vergessen? Muss das Hemd nochmal gebügelt werden und ist der Dress noch schwangerschaftskonform?

Und: Kriegen wir das mit den Ringen hin?

Also spielen wir alles nochmal durch: Ringe her, Frau her. „Willst Du, D. Dich unter die Knechtschaft der Ehe begeben und Deinem Manne immer als treue Untertanin dienen und jeden Unsinn machen, den er von Dir verlangt?“ „Nein.“ „Nee, so wird das nichts. Hand her.“ Ich schaffte es recht leicht, Ihren Ring überzustreifen. Sie versagte komplett. Warum? Ich hatte Ihr die falsche Hand gegeben. Mist. Okay, die Ringe müssen noch geweitet werden, aber nicht so weit! Generalprobe geplatzt.

Meinen Anzug holte ich eben noch aus dem Geschäft ab- er musste ein wenig geändert werden („Mein Gott, hast Du kurze Beine!!“).

Ich suchte also das Geschäft auf, die Kassiererin nahm meinem Bon und verschwand. Lange.

Mir schwante Übel, und ich überlegte, wie ich die heraufziehende Situation entschärfen könnte- vermutlich war die Schneiderin krank, und deren Vertretung und wiederum deren Vertretung, die mir die Änderung hoch und heilig zugesichert hatten. Hoffentlich hatten sie wenigstens noch nicht angefangen: Zu lange Beine sind ja nicht so schlimm!

Die Verkäuferin kam wieder: Der Anzug sei noch nicht da. Ach sooo! Er komme gleich…. Wann ist gleich?

Jedenfalls war der Anzug schon auf dem Weg, und ich musste keine lästigen Diskussionen führen. Ich war deshalb auch froh, weil der Verkäuferinnen offensichtlich vom Käuferansturm bedrängt und nicht besonders nett behandelt wurden, auch wenn sie sich alle Mühe gaben, schneller zu arbeiten.

Meine Krawatte habe ich auch schon gebunden (Nicht lachen!!) und nun kann das fest kommen. Was meine Eltern wohl zu der avisierten Hochzeitskutsche sagen werden?

Ach ja: Ich bin nicht nervös!!!

Hier noch ein kleiner aber feiner Nachtrag zu gestern:

http://www.welt.de/satire/article131648/Hauptstadtreporter.html

Derzeit haben wir ein Auto als Dauerleihgabe. Wenn es ihr mal nicht so gut geht, benutzt sie es, um zur Schule zu fahren, oder wir nehmen es, wenn wir jemanden besuchen. Das Auto hat vier Räder, Bremsen, Türen, ein Lenkrad, einen Motor, ein Radio. C`est tout. Sein grosser Vorteil ist, dass es sehr wenig verbraucht und wegen seiner Farbe niemals geklaut werden wird.

Als ich am Sonntag aus Düsseldorf zurückfuhr, war die Autobahn leer und ich wollte nach Hause, daher gab ich ordentlich Gas. 135 km/h !!!! Jaaaaa!! Die linke Spur gehört mir!! Passt bloss auf, ihr Lachkasper!! Leider ist der Spass vorbei, wenn man bremsen muss. Denn bis die Speed wieder aufgebaut ist, passiert man schon den Tunnel am Herculeshochhaus. „Ich will was sportliches!!“ schrie es in mir.

So schrie es auch aus meinem Vater, der nach dem Familienkombi (ihr wisst schon, der ziemlich schnell Verbeulte aus einem früheren Artikel) auch sich ein neues Auto kaufen musste (?). Auch Papa wollte einen Sportwagen, aber die Kasse gab nur einen Toyota Starlet her, den man aber, so man hohe Drehzahlen nicht scheute, ausgesprochen sportlich bewegen konnte. Sportwagen. Also fragte mein Vater die Herrin: „M., darf ich mir Rallyestreifen für den Neuen bestellen?“ „Was ist das?“ „Das sind schwarze Zierstreifen, die seitlich aufgeklebt werden, da steht dann `TOYOTA´uns `STARLET´…“ „Kriegt man den Wagen dann billiger?“ „Neee, das kostet extra.“

Mein Vater durfte sich seinen potemkischen Sportwagen also nicht bauen. Ich auch nicht. Also rechte Spur frei! Wir kommen!

Übrigens sind wir endlich in der 12. Woche. Ab der 15. soll man ja unglaubliche Energien freisetzen. Da freut sie sich schon drauf.

Heute ist herrliches Wetter. Und November. Mein Motorrad steht im Hof, weil mein Rücken nervt. Ja, ich wollte heute nochmal eine schöne Runde durchs Bergische oder die Eifel drehen, denn der November verspricht besonderen Genuss: Alle Mopeds mit Memmentafeln (Saisonkennzeichen!) stehen nun in der Garage, und weil´s so kalt ist, fahren nur noch die Windgesichter- ergo: Nicht viel Verkehr auf den schönen Strecken.

Mein Motorrad ist eine Gummikuh (für die Nicht-Connaisseure: Ein alter BMW-Boxer, siehe auch verlinktes Forum!) und im Vergleich zu den aktuelleren Modellen leistungsmäßig ein Krankenfahrstuhl, aber das merkt man nur auf den Geraden. Fahre ich im Sommer auf der Hausstrecke, werde ich auf den Geraden gnadenlos überholt.

Leider laufe ich gleich darauf im kurvigerem Geläuf mit schöner Regelmässigkeit auf die Überholer auf, die plötzlich gar nicht mehr schnell sind und sicherheitshalber nie in den Rückspiegel sehen- denn sonst könnten sie mich ja mal vorbei lassen. Geradeaus schnell kann auf dem Motorrad nämlich jeder Depp.

Und dieses Ärgernis entfällt nun, denn die schnellen Geradeaus-Jungs und -Mädels stellen ihre Maschine Winters in die Garage, um mir im Frühjahr vor der Nase herumzueiern-mussen ja erst wieder ´reinkommen.

Und im Forum, nach Leidensgenossen suchend, fand ich folgende Perle: Regierungs- und Wirtschaftsformen erklärt mit Kühen:

Christdemokratie
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Sie behalten eine und schenken Ihrem armen Nachbarn die andere. Danach bereuen Sie es.

Sozialismus
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Die Regierung nimmt Ihnen eine ab und gibt diese Ihrem Nachbarn. Sie werden gezwungen, eine Genossenschaft zu gründen, um Ihrem Nachbarn bei der Tierhaltung zu helfen.

Sozialdemokratie
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Sie fühlen sich schuldig, weil Sie erfolgreich arbeiten. Sie wählen Leute in die Regierung, die Ihre Kühe besteuern. Das zwingt Sie, eine Kuh zu verkaufen, um die Steuern bezahlen zu können. Die Leute, die Sie gewählt haben, nehmen dieses Geld, kaufen eine Kuh und geben diese Ihrem Nachbarn. Sie fühlen sich rechtschaffend. Udo Lindenberg singt für Sie.

Freisinndemokratie
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Na und?

Kommunismus
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Die Regierung beschlagnahmt beide Kühe und verkauft Ihnen die Milch. Sie stehen stundenlang für die Milch an. Diese ist sauer.

Kapitalismus
Sie besitzen zwei Kühe. Sie verkaufen eine und kaufen einen Bullen, um eine Herde zu züchten.

EU-Bürokratie
Sie besitzen zwei Kühe. Die EU nimmt ihnen beide ab, tötet eine, melkt die andere, bezahlt Ihnen eine Entschädigung aus dem Verkaufserlös der Milch und schüttet diese dann in die Nordsee.

Amerikanisches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe. Sie verkaufen eine und leasen sie zurück. Sie gründen eine Aktiengesellschaft. Sie zwingen die beiden Kühe, das Vierfache an Milch zu geben. Sie wundern sich, als eine tot umfällt. Sie geben eine Presseerklärung heraus, in der Sie erklären, Sie hätten Ihre Kosten um 50% gesenkt. Ihre Aktien steigen.

Französisches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe. Sie streiken, weil sie drei Kühe haben wollen. Sie gehen Mittagessen. Das Leben ist schön.

Japanisches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik erreichen sie, dass die Tiere auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen Größe reduziert werden und das Zwanzigfache an Milch geben. Jetzt kreieren sie einen cleveren Kuh-Cartoon, nennen ihn Kuhkimon und vermarkten ihn weltweit.

Deutsches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik werden die Tiere Re-Designed, so dass sie alle blond sind, eine Menge Bier saufen, Milch von höchster Qualität geben und 160 km/h laufen können. Leider fordern die Kühe 13 Wochen Urlaub im Jahr.

Britisches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe. Beide sind wahnsinnig.

Italienisches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe, aber sie wissen nicht, wo sie sind. Während sie sie suchen, sehen sie eine schöne Frau. Sie machen Mittagspause. Das Leben ist schön.

Polnisches Unternehmen
Ihre Kühe wurden letzte Woche gestohlen.

Nachher gehe ich zur Modellbahnmesse, mal was nettes für 4 mm aussuchen!!

Wir kaufen keinen Kinderwagen. Punktum.

Einerseits möchten wir (Ääh-ich!) nicht so viel Geld für ein (unmotorisiertes) Gefährt auf den Tisch legen, das wir vielleicht nur ein paar Jahre brauchen, andererseits hat uns eine Freundin ihren abgelegten Kinderwagen angeboten: „Der kommt sonst zum Sperrmüll.“

Bevor uns jetzt alle als Rabeneltern beschimpfen, weil wir unserem (noch nicht geborenen) Sprössling keinen neuen Kinderwagen gönnen, sei gesagt, dass unsere Freundin zwar nicht gerade verschwendungssüchtig ist, aber die Definition `sperrmüllreif` lässt uns bei ihr eher auf ein paar nicht auswaschbare Obstflecken und platte Reifen schließen als auf ein schrottplatzpflichtiges Wrack. Falls wir doch falsch liegen, können wir später durch Konsum immer noch die Wirtschaft ankurbeln.

Wieso diese Vermutung? Als ich noch im Studium war und sie mit ihrem Mann noch in der Südstadt wohnte, bekam ich eines schönen Abends einen Anruf: „Wir fahren morgen früh in den Urlaub- kannst Du viellleicht die Reste aus dem Kühlschrank abholen, damit nichts umkommt?“

Es gibt ein ausgezeichnetes Feinkostgeschäft auf der Severinstrasse, und da war sie Kundin. Und weil Gutes in grossen Mengen noch besser ist kaufte sie gerne mal etwas mehr ein. Das Ergebnis waren gefühlte 500g feinster Gorgonzola, Parmesam, Edamer und diverse Frischkäsevariationen, an denen wir uns in den folgenden Tagen gütlich taten.

Zwar mussten wir beim Umzug ein paar sehr schwere Geräte tragen, aber der Käse war es absolut wert. Ausserdem wer weiss: Ein schöner Kinderwagen im Treppenhaus bekommt vielleicht Beine, während ein gut benutzter die Leute vielleicht animiert, etwas Kleingeld zu spenden oder über die Sinnhaftigkeit der vielen Sozialabgaben nachzudenken.

Unabhängig davon habe ich noch nie gehört, dass beim Anblick eines rosigen Wonneproppens von irgendjemand gesagt wurde: „Einen tollen Kinderwagen habt ihr da, wo habt ihr denn den her?“ “Ham´wa vom Sperrmüll!“

„Bist Du sehr traurig, dass Du Dir kein Auto kaufen kannst?“ fragte die Beste beim sonntäglichen Spaziergang.

Naja, bin ich schon, aber es geht weniger um das gekaufte Auto an sich, als vielmehr um die Möglichkeit: Oft ist ja nicht das Tun das schönste, sondern lediglich der Gedanke an die Möglichkeit. Sportwagen ist ja nun passé.

„Naja, ein bissschen schon“, sagte ich, „aber es gibt ja auch sportliche Autos, die familienkompaktibel sind.“ Ich erwartete irgendeinen Satz zur Aufmunterung. Was kam war: „Also das werde ich nie vestehen, was du immer mit den Autos hast. Ich finde, es muss fahren, das reicht.“ Ich war perplex.

Vor vielen Jahren antwortete meine Mutter mit genau dem gleichen Satz auf die Frage nach ihren Ansprüchen an ein Auto. Ihre Ansprüche haben sich allerdings geändert: Gehen muss das Teil, aber ordentlich. Und ausserdem das Gefühl vermitteln, rundherum gepanzert zu sein. Und Fensterheber- elektrische, ebenso Schiebedach. Und es soll nicht so schnell dreckig aussehen und die Nachbarn sollen nicht gleich merken, wenn man ein Neues hat. (Warum eigentlich nicht? Wird Leistung nicht mehr belohnt?)

Jedenfalls antwortete ich nicht auf die o.g. Aussage und schwieg beleidigt.

Später kam dann L., ein Freund von ihr, der Wochen damit zubringen kann das kostenlose Betriebssystem mit den ebenfalls kostenlosen Programmen zum Laufen zu bringen. Das war nötig geworden, weil sie sich einen neuen Rechner zusammenbauen liess. So nach gefühlten 200 Versuchen lief dann das erste Programm, aber bei dem Drucker, der TV-Card und dem Scanner- ja, da müssen wir nochmal bei. So nächstes Wochenende. Ruf an, wenn was ist. (Sie macht nun eine Liste!! Psst!)

Als L. sich die Wünsche meiner Freundin mit einer Geduld anhörte, dass ich schon befürchtete er wäre ins Koma gefallen, da fand ich die Erklärung für das Problem Auto: In ihrem Schoß lag ihr MacBook.

„Mit mir und den Autos ist es wie mit Dir und dem Mac: Eigentlich brauchst du ihn nicht, oder mit einem Microsoft-Laptop
hättest du bessere Lelstung zu einem Bruchteil des Preises- Du hast den Mac, weil du´s einfach cooler findest.“   „……..“

L. sass am Rechner und gluckste.

„Handwerker halten sich ´raus!“

Ein Kind zu erwarten ist für Männer eine ziemlich merkwürdige Sache: Im Gegensatz zur Mutter merkt man ja kaum was.

Wenn man dann noch ein wenig unsensibel ist, fallen noch nicht einmal die Stimmungsschwankungen und die gesteigerte Nahrungsaufnahme (jedenfalls deren Frequenz) auf.

Es ist etwa so wie das Warten aufs Christkind im Alter von 5-12 Jahren (je nachdem wie lange diese Illusion elterlicherseits am Leben gehalten werden kann): Es kommt etwas Tolles, aber wann, wie und wo- oder gar wieviel und was genau- das ist unbekannt. Da ändert ein Ultraschallbild auch nicht viel.

Um von dieser Unsicherheit abzulenken und die Spannung abzubauen gab es früher im Advent Einkehrtage, wo getöpfert und gesungen wurde, die abendliche Zeremonie am Adventskranz und natürlich Plätzchenbacken.

Erwachsene sind da viel komplizierter: Man könnte das Kinderzimmer einrichten: (haben wir nicht- ohnehin viel zu früh). Oder Kleidung kaufen (Freundin von uns: „Kauft ja nichts, bekommt ihr alles eh geschenkt“), wenn schon nicht für´s Kind, dann doch für die Mutter- Aber der zu erwartende Umfang ist ja noch nicht da! Meine Beste will natürlich auch die Textilindustrie unnötig unterstützen, schließlich zieht man das ganze womöglich garnicht mehr an….

Also doch ein Auto? Jaaaa, unbedingt. Wir wohnen in der Innenstadt, ich fahre mit dem Rad zur Arbeit, sie mit der Bahn. Wir brauchen kein Auto. Da lediglich emotionale Argumente dafür sprechen, siegt die Ratio meiner Freundin. Mist.

Kinderwagen! Das isses!! Das Internet bietet ja reichlich Informationen. Hält man sich an die diversen coolen Marken (Teutonie, Bugaloo, Susi & Strolch, Schrott & Geeier und wie sie alle heissen) kann man unglaubliche Summen für so etwas ausgeben- und ein Motor ist nicht mal in der Aufpreisliste!!

Man kann- blickt man durch die unendlichen Listen für Extras- dann durch seinen Kinderwagen so weit Individualisieren/Customizen/Pimpen (je nach Geistes Kind), dass man gefühlte 3 Billionen Kombinationen aus den diversen Teilen herstellen kann.

Vor etwa einem Jahrzehnt beschwerte sich der ADAC über die unübersichtlichen Aufpreislisten der VW-AG: Ich sage euch- die Listen von Teutonia hatten die sich offenbar nicht angesehen. Ich gehe jede Wette ein, dass es auch heute einfacher ist, sie einen neuen Golf zu konfigurieren, als einen Kinderwagen zu kaufen.

Ich bin nicht die längste Zeit meines Lebens Brillenträger gewesen, ich kann auch ohne sehr gut sehen (STRUNZ! ANGEB WIE NE TÜTE MÜCKEN!!). Studenten biete ich bei Testaten gerne mal an, die Brille abzunehmen, um ihnen einen kleinen Vorsprung zu geben, der aber nie reicht. Ich trage meine Brille eher aus Gewohnheit und weil ich berufsbedingt eine Schutzbrille brauche.

Oder als Accessoire. Ausserdem ist die Randlose echt cool.

Jedenfall legte ich besagtes Accessoire auf das Kissen meiner Besten, während ich nebenan las. Die Beste begab sich dazu und bevor ich irgendwas sagen könnte, rollte sie ihren von peitschenden Hormonen durchflossenen Körper zur Seite und pulverisierte mit Ihrem Kopf das Accessoire. Ja wirklich, kein Scherz! Die tolle Titanflex war im Eimer- das heisst- die Gläser. Nach meiner Auffassung dient die Flexibilität des Gestelles dazu, die Gläser und den Träger zu schützen. Hier ist das Gestell da, um heil zu Bleiben ohne Rücksicht auf Verluste. Das Biegen des Gestelles hätte mir nichts gemacht, aber die Aussicht, einen Satz Gläser zu bezahlen liess meinen Blutdruck zügig steigen. Danke, Titanflex, du dumme Sau!!

Meine Freundin war sehr zerknirscht, Tränen standen in Ihren Augen und ich hörte mich sagen: „Wein´doch nicht, es ist ja nur eine Brille!“ Und ich nahm sie in den Arm.

Das also hatte mein Vater gefühlt, als meine Mutter mit meinen Brüdern und mir auf dem Rücksitz hinter einer engagiert genommenen blinden Kuppe mehrere Autos mit unserem Neuwagen (Toyota Carina, Rot, Kombi) zusammengeschoben hatte. Dieses Gefühl von Süße bei gleichzeitigem Schmerz. Hach, richtig romantisch!

Eine Internetrecherche bei der Herstellerfirma brachte übrigens eine bis zur Entstellung verdrehte Brille meiner Bauart zum Vorschein. Warum können die das und nicht ich? Perfinder Schachzug zur Ankurbelung der Gläserindustrie für niedrige Dioptrienzahlen?

Als ich den Optiker aufforderte, das Selbe doch mal mit der reparierten Brille durchzuführen, lehnte dieser ab.

Ich hätte lieber ein bisschen Bauschinger-Effekt im Gestell

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