Männer in der Schwangerschaft


Zugegeben, diese Frage ist nicht besonders neu, aber da Daniela und ich diese kleine Diskussion über die männliche Identität und die Erwartungen bzw. das auszufüllende Rollenbild des Mannes gerade gestern Abend führten, passt dieser Artikel wie die Faust auds Auge:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,653187,00.html

Ich komme von der Arbeit nach Hause.

Die beste Ehefrau von allen hat etwas köstliches gekocht, das Kind ist so höflich und wartet das Essen ab, um dann noch aufzuwachen, um irritiert erst die Wand mit Kalender und dann seinen Erzeuger anzusehen und erstmal nach dem Nucki zu schreien.

Beim Applizieren des Nuckis kommte der Erzeuger nahe genug an das Gesicht des Säuglings und dieser merkt: Den Typ kenne ich irgendwoher. Fragen wir mal nach.

G: „Guuuuuhh hiip“ (Süssssss!)

P: „Ganz richtig, ich bin Dein Vater. War die ganze Zeit auf der Arbeit. Wie geht´s Dir, mein Kind?“

G: „Ghhhhhhh“ (sehr leise, lacht)

P: „Bei mir wars auch ganz gut für einen Montag mit Kursbeginn-Du kannst Dir nicht vorstellen, was die Studis allen wieder nicht wissen! Komplett die Festplatte gelöscht in drei Wochen!“

G: „Baaahhjeeeeeei!“ (laut, lacht wieder)

P: „Genau, das ist wie in die Windel kacken, ohne zu wissen, was man macht! Sowas gehört verboten. Was gab denn bei Dir zu Essen, ich hatte Brötchen und nachher gefüllte Paprika (ohne Zweibeln) mit Reis.“

G: „ÖrrrrrrrÖrrrrrrrrli“ (Schluckauf, angedeutet)

P: „Nein, Mundgeruch sagt man mir nicht nach, aber Du stinkst ein bisschen aus der Luke!“

G: „Hmmmmmmmmmmmmmmui“ (seeeehr leise)

P: „Hmmm, so ´ne schöne Milch ist aber auch toll.“

G: „BLB“ (sehr feucht vorne) „Prrrrrrrrrrrhui“ (trocken hinten)

P: „Bin auch froh, dass die Leichtathletik-WM vorbei ist, so dolle war es ja auch nicht.“

G: „BRÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ“

P: (singend) „Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren, müssen Männer mit Bärten sein! Alle die Weiber und Branntwein mögen, müssen Männer mit Bärten sein! Jan und Hein………. (darunter Bordun BRÄÄÄÄÄÄÄ bei hochrotem Kopf und weiten Pupillen-Atropin und junge Maid machen die Pupillen weit…..)

P: (singend) „Lange Samstach in dä Citi, Papp und Mamm de jonn mem Titti… (BRÄÄÄÄÄÄ)

G: (lauter werdend) „BRÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ!!!!!!

P: „Ech mööch su jään ens kriesche, doch kriesche darf mer net! Schon als kleine Jung weed de jesaat, Indianer kriesche net! Ech mööch su jään ens kriesche, weil et mer manschmol danoch ess……“

G: (FFF!) BRÄÄÄÄÄÄÄÄÄ!!!!!!

Nun wird der Kleine an die Mutterbrust gegeben. Soviel zu Männergesprächen.

„An jeder Mauer steht ein GVer!“ reimten früher meine Eltern.

Später in meinem Leben bekam das Kürzel GV eine wiederum andere Bedeutung als die Bezeichnung eines untergegangenen Landkreises. Und wiederum noch etwas später bakam das Kürzel eine weitere Bedeutung:

Geburtsvorbereitungskurs. Habe ich ja schonmal von geschrieben.

Wir haben bisher fünf von acht Terminen überlebt und vielleicht erspart uns die Ankunft des Kindes vor Pfingsten die weiteren Sitzungen. Meinen Erwartungen nach dem ersten Termin entsprechend geht der Inhalt und die praktische Verwendbarkeit der gutgemeinten Ratschläge gegen Null.

Ebenso erscheint mir das pädagogische Konzept entweder nicht vorhanden oder doch ziemlich wirr zu sein. Die basisdemokratische Struktur des Hebammenhauses und der Wunsch nach ungehemmter freier Entfaltung von Frau und Mann wird durch den angewendeten  (todlangweiligen-ne, hmmmmm) Frontalunterricht, ne-hmmmmm, unangenehm konterkariert.

Machte einer der Mitstreiter in unserer ersten Sitzung von vorneherein keinen Hehl aus seinen Ansichten zum Kurs indem er es sich gemütlich machte und leise röchelnd einschlief, so erfüllte mich diese etwas direkte Art zunächst mit Zorn, nun aber mit Neid.

Der vorläufige Tiefpunkt war am Montagabend erreicht, als uns was über das Stillen, ne-hmmmm, erzählt wurde. Ne-hmmm machte die Hebamme nach, zwischen und vor einem Satz und auch mal zwischendurch, in die Stille, ne-hmmm?

Und sie lobte uns, als wären wir Viertklässler: „Ihr habt so toll zugehört und mitgemacht, ne-hmmmm, das finde ich ne- hmmmm, ganz toll! Ne? Und  ihr habt sicher, ne-hmmmm, ne-hmmmm ganze Menge gelernt, ne-hmmmm!?“ ARRRGHHH!

Schön sind auch auswendig gelernte Fakten, die mit falscher Erklärung wiedergegeben werden:

Stillende sollten, ne-hmmm, nur stilles Wasser trinken, da das Kind sonst wegen der Kohlensäure Rülpsen und aufstossen müsse und ausserdem einen Wunden Po bekomme.

???????

Ich hatte 60 Minuten lang meine Klappe gehalten, aber da rutschte es aus mir heraus: „Das halte ich aber für ein Gerücht, das das an der Kohlensäure liegt, da diese sich in Lösung befindet und durch erniedrigten Druck in den gasförmigen Zustand übergeht (Sprudeln) und daher nur zu einem sehr kleinen Teil verstoffwechselt wird in Form von CO2. (Wird eingeatmet)“

Replik: „Aber wir müssen doch auch Rülpsen und Aufstossen, wenn wir Sprudel trinken!“

Ich: „Aber es gibt keine Direktverbindung zwischen Magen und Brust- würden wir das Gas ungelöst aufnehmen würden wir alle durch Gasthrombosen ins Koma fallen!“

Sie: „Aber es heisst doch Kohlensäure! Das ist doch ganz logisch! Du kannst ja mal eine vergleichende Studie dazu machen!“

Ich wollte gerade Luft hohlen, um etwas Markiges zu antworten und die Sache mit den H+ Ionen und der Säure und den Unterschied zwischen chemischen- und Gebrauchsbezeichnungen zu erklären, da bekam ich einen Knuff von rechts und liess einfach so die Luft ab.

Mann, war das eine Zeitverschwendung!

Nun komm endlich, Kind!! Nicht noch ein Montag!!

(Wir sind derzeit ohne Internet, daher ist hier gerade soviel los- ich tippe in den Pausen in der Uni!)

Unser Kind hat nichts mit Punk zu tun (s.o.). Aber wir haben es schon fast komplett ausgestattet. Wir haben nicht in den endlos langen Aufpreislisten von Römer, Teutonia oder Boogaboo gewühlt.

Wir sind nicht durch Babymärkte gestreift, nein, wir haben einfach Freunde mit Kindern angesprochen oder sind eben von denen angesprochen worden. Auch unsere Eltern haben uns Dinge angeboten, aber der einzige Kinderwagen, der vielleicht noch in Frage gekommer wäre, ist leider meinen Brüdern und mir etwas zu nah an einem Sperrmüllhaufen abgestellt worden und verschwand mitsamt der im Gepäcknetz befindlichen Siku-Autos auf nimmerwiedersehen. Nein, der wurde nicht geklaut oder einfach von Interessenten mitgenommen (wir Jungs wären eh´die einzigen gewesen, die an so etwas in unserem feinen Viertel Interesse gehabt hätten), nein, der Sportwagen- wie ihn meine Mutter bezeichnete- ruht auf der Deponie Gohr (oder fährt in Form von Recyclingstahl auf der Autobahn und verursacht Stau).

Insgesamt könnte wir wahrscheinlich mit den Sachen 3 Kinder ausstatten. Natürlich war Ebay dabei auch hilfreich, denn wir konnten einen Pürierstab samt anflanschbarer Küchenmaschine (Zauberstab und Zauberette- DER Zauberstab, nicht die billigen Kopien!) erwerben.

Zugegeben, wir stellen überwiegend Eis, Milchshakes und Reibekuchen damit her. Aber auch die Show, Wasser, Zucker und ein bisschen Instantkaffee zu steifen Schaum (Frapee) zu schlagen, ist unbezahlbar! Und so cool wollen wir dann auch Breichen herstellen.

Die Großeltern in Spe sind wild entschlossen, dem Kind einen angemessenen fahrbaren Untersatz zu verschaffen (“ da muss ja schon ordentlich Blech drumherum sein..“) und versuchen, den sanitärfarbenen Corsa neu zu TÜVen und dann zu vergolden.

Mich verbindet mit dem Auto eine Hassliebe. Viele schöne Dinge haben wir mit dem Wagen erlebt, er war immer zuverlässig und hat uns überall hingebracht. Aber eine Eigenschaft durfte ich am Freitag wieder erleben, die mich zur Weissglut bringt:

Das Auto ist wie ein altes Pferd: Wenn es von Zuhause weggeht, kann es garnicht langsam genug sein. Man kann auf dem Gas stehen und nicht passiert. (Ich fuhr nach Marburg, um eine Ebay-Erwerbung abzuholen). Auf dem Heimweg rennt das kleine Auto wie der Teufel, während sich der Fahrer schon auf Krämpfe im rechten Fuss eingestellt hat. Komisch.

Jedenfalls sind wir uns nicht so sicher, ob wir in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage unbedingt ein Auto anschaffen sollen. Jedenfalls werden wir wohl nicht die Abwrackprämie ausnutzen, sondern ein gebrauchtes Auto kaufen- wenn überhaupt.

Aber dennoch- irgendwie würde ich den grünen Corsa schon vermissen.

Meine Mutter ist sehr stolz auf ihre Füsse, von denen Tante Tinni so vor 60 Jahren einmal gesagt haben soll: „Nää, das M. hät Föös wie e jung Mädsche, nä, watt schöön!“ Tante Tinni übersah dabei, dass es ich bei den Füssen, die in ähnlicher Form auch meine Grossmutter besass, tatsächlich um Jungmädchenfüße und nicht um solche einer älteren Dame handelte.

Daher (und um sich etwas abzugrenzen vom Rest der Familie) pflegt meine Mutter ihre Füsse auch sorgfältig, weicht immer schön die Nägel ein. Aber vor allem geht sie am Morgen, schlaftrunken vom Bett aufstehend immer auf den Hacken ins Bad, um die Fööss zu schonen (und die Föösskält nit ze spühre).

Sicherheitshalber legte sie schon in jungen Jahren die Saat zu einem Komplex, der mich in jedem Jahr mit Schrecken an den Frühling denken lässt. Meine Mutter hät schöön Fööss (Tante Tinnis Meinung + Eigenmeinung- objektiv sicher nicht so zu halten, der freundliche Orthopädieschuster aus Dormagen sagte seinerzeit was von Knick- Senkfüssen) aber der Pappa und die Kinder haben Nüggelsfööss (Für die nicht-Rheinländer und Westfalen: Nuckelfüße, in Anlehnung an bekannte Kindersauger).

Nun bin ich durchaus nicht der Meinung, Nüggelsfööss zu besitzen, dennoch besitze ich lediglich ein Paar Sandalen, weil ich dann doch nicht so sicher bin und meine Umwelt nicht mit dem quälen will, was mich quält.

Leider ist diese Zurückhaltung nur wenigen Mitmenschen zueigen, denn jetzt ist der Frühling da, und neben Bauchfrei und Arschgeweih hat der Frühling den Schrecken der Flip-Flops parat. Argh.

Dummerweise hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass Füße zwar so sind, wie sie sind, aber dass sie in  jedem Fall gepflegt sein müssen, bevor sie in Sandalen zur Schau/Flip-Flops/Schreckliches Zeug von New Yorker getragen und zur Schau gestellt werden. Wofür gibt es Pediküre?

Und warum müssen immer die Leute Sandalen tragen, die die hässlichsten Füsse der Welt haben? Spreiz- Senk- Matschfuss mit Hühneraugen? Und dazu diese perverse Tipp-Ex Technik (French Manikure- als ob ausgerechnet die Franzosen eine solche Geschmackverirrung erfunden hätten….), die es ermöglicht, Knies und Knas wochenlang unter den Nägeln zu konservieren! Buäh! Da geht doch die Ästhetik des Fusses vollkommen verloren.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass es unterschiedliche Fussformen gibt? Römisch und griechisch. Bei der römischen ist die Grosszehe etwas kürzer als der „Zeigezeh“ und bei der griechische länger. Das ist Kunst! Das hat man so festgelegt! (Im übrigen ist die römische Fussform das Resultat einer genetischen Veränderung. Habe ich gehört.

Vielleicht sollten mehr Füsse von Leuten von deren Müttern als Nüggelsfööss bezeichnet werden. Aber die Hoffnung ist sicher vergebens. Man sieht nämlich immer zwei Personen unterschiedlichen Alters in der Nagelstudios. Mutter und Tochter?

Meine Frau wünscht dem Kind jedenfalls ihre Fussform. Griechisch. Schmal. Lang. Und da soll ich meinen Komplex verlieren? Seufz.

Nun kommen die ersten Teile, die der Schwiegervater geschreinert hat. Nach sechs Jahren scheint unsere Wohnung so zu werden, wei ich es immer wollte, klein aber fein und durchdacht. Warum haben wir das bloss nicht schon früher gemacht? Unser Bett lässt sich nun richtig klappen und ist etwas höher (besser zum Aus- und Einsteigen und Flaschen Drunterlegen), die Unterseite ist verkleidet und nicht wie vorher einfach ein Lattenrost.

Ich habe mir endlich ein kleines Nachttischchen an die Wand gedübelt: Nun kann ich die Snooze-Funktion des Weckers nutzen, ohne mich aufzusetzen, habe ein Plätzchen für ein Buch oder meine Ohrstöpsel, die Brille…

Der Skeretär war nicht nur ein Schnäppche, er hat auch sehr viel Platz und mit dem neuen geschreinerten Regal obendrauf noch mehr. Ja, wenn- wenn nicht ein kleiner Fehler aufgetreten wäre.

Nach dem Erstaufbau kam ich nach Hause und das Erste, was mir auffiel, waren die Klemmschrauben, die nach oben sahen. Komisch, aber nach Aussage meiner Frau musste das aus optischen Gründen so sein.

Das Regal sah stabil aus und so schwere Dinge wollte ich nicht lagern. Also besorgte ich Winkel, dübelte das Ganze fest und räumte es glücklich ein.

Als ich am nächsten Abend nach Hause kam, war das Regal leer, die Winkel abgeschraubt. Mein Blutdruck stieg. Was war geschehen? Offensichtlich war die Sache mit den Klemmschrauben vom Handwerksmeister etwas voreilig als unwichtig abgetan, denn die zeigten nun nach unten, leider alles andere auch.

Also ertmal alles wieder dranbrasseln und einräumen! Los, los! Was mich eigentlich hauptsächlich aufregte, war das Chaos, da ich meine Bücher und Platten mit einem System eingeräumt hatte.

Aber stabil ist es schon, das Regal. Und später räume ich auch meine Stereoanlage dort ein.

Ach: Gerade wackelt Ihr Bauch ganz doll und man kann kleine Beulen sehen!

Aber wenn man darüber streichelt, ist alles wieder ruhig, so wie bei diesem netten Tier:

http://www.chilloutzone.to/video/komischer-kautz.html

Nun, nach dem letzten Termin bei der Frauenärztin sind wir, was das Geschlecht unseres Kindes angeht, nicht schlauer als vorher. Zugegeben, wir würden es auch nicht verraten, aber wissen würden wir es schon gerne. Abgesehen davon ist alles in bester Ordnung, abgesehen davon, dass ihr Bauch ordentlich wächst.

Ein Grund unserer Geschlechtsauskunftsverweigerung  ist, dass den Gerüchten zufolge besonders Großeltern nach der Geschlechtsauskunft in einen wahren Baby-Kaufrausch verfallen sollen, und dabei haufenweise nutzlose Dinge anschleppen, die hauptsächlich dzu angetan sind, die jungen Eltern zu nerven (motorisierte Mobiles, die in einem Fort die kleine Nachtmusik spielen, Quietscheentchen mit MP3 Wiedergabefunktion- mit 200 vorinstallierten Tiergeräuschen!! Supi!!), oder zumindestens doch die Schränke zu füllen. (Jedenfalls habe ich das mal so gehört, vielleicht gibt es auch Ausnahmen?!)

Falls ihr das mitlest- nicht beleidigt sein- aber alles, was dem Kinde geschenkt werden wird, das irgendwie elektronisch Geräusche erzeugt, wird SOFORT bei Ebay versilbert! Kapiert?

Unsere Freunde aus den USA sind da, und wir konnten sie ein paarmal treffen. Sie erzählten uns folgende Geschichte:

Amerikas Urprinzip ist die Aufrechterhaltung des Konsums (Logisch, uns geht´s da genauso, oder? Dewegen läufts derzeit auch nicht!).

Damit das klappt, hat die Amerikanische Industrie jede Menge von Feiertagen erfunden (Nein, Weihnachten nicht, dafür den Valentinstag!), zu denen den Bürgern die Notwendigkeit des Kaufs von  Geschenken und damit Konsum suggeriert wird (Damit sie das Geld für den Konsum verdienen können, bekommen sie sicherheitshalber nicht frei wie in D, können dafür fast überall nahezu rund um die Uhr einkaufen).

Eine Einrichtung, die das gleiche Ziel hat ist der s. g. Babyshower. Dazu ist es unerlässlich, das Geschlecht des Kindes zu kennen. Es wird eine Party für die werdende Mutter ausgerichtet, un diese erhält dann Geschenke, die dem Kinde gefallen mögen (Oh—my—god—! It´s —-soooooo sweeeeet! Won´t it look sooooo cued? Thank you a million times and so on and so on.).

Die besondere Schwierigkeit ist dabei das Beachten einer ungeschriebenen Etikette zu deren einfacheren Regeln gehört, dass weibliche Embryonen mit rosa, männliche mit himmelblauer Ausstattung bedacht werden. How sophisticated!!!!!

Unser Kind wird derzeit geschlechtsneutral bestrickt. Mit glühenden Nadeln werden Kunstwerke geschaffen, die sich sicher gut in den diversen coolen Szeneläden z.B. in Prenzelberg verkaufen liessen. Der gefühlte Output würde derzeit sicher reichen. (Okay, es wird auch ein schon geborenes Kind bestrickt!)

Der richtige Karneval rückt derzeit näher und näher. Brrrr. Früher fand ich es toll, als Hänneschen verkleidet auf der Pfarrsitzung kölsche Rümpcher und Verzällcher zu singen und mir nachher die Sitzung anzusehen, aber heute? Da geht bestenfalls die Stunksitzung.

Bin froh, wenn Aschermittwoch ist. Alaaf.

Auch, wenn es noch ein bisschen dauert, bis der wahrscheinliche Geburtstermin ansteht, habe wir trotzdem die Krankenhausbesichtigungsinformationstouren begonnen.

Mein Kollege warnte mich vor, schließlich hatte er diese Ochsentour vor einem Jahr mitgemacht und wurde samt seiner Frau von den Anwesenden anderen Paaren merkwürdig gemustert, da die beiden die einzigen unter 40 waren.

So vorgewarnt fuhr ich nach der Arbeit in das fragliche Krankenhaus in der Kölner Südstadt. Nun, wir gehörten zu den jüngeren, aber waren bei weitem nicht die einzigen unserer Altersklasse. Puuh, so ein Glück.

Der Stationsleiter, Pflegerinnen und Hebammen erzählten von ihren Philosophien, Pflege- und Behandlungsansätzen. Danach war Zeit für eigene Fragen. Da kam natürlich eine ganze Menge zu Notfallbehandlungen, Wehenbetten und dem Kreißsaal.

Aber auch: „Sagen sie, Professor, ist das immer so schwer, hier einen Parkplatz zu bekommen? Haben sie kein Parkhaus?“ Ich kicherte ein bisschen ganz leise in mich herein. Huauahahahah! Parken und Köln (egal welches Viertel) passt ungefähr so zusammen wie Übersichtlichkeit und Neuss a. Rh. (ausgezeichent vom Bund deutscher Fahrlehrer für besonders chaotische und unübersichtliche Einbahnstrassenführung- wer schon mal da war, weiss, wovon ich rede!).

Tja, Puppe, bestell schon mal ´ne Taxe! Oder nimm die Bahn!

Gerade läuft Ian Gomm (Holländer) im Radio „Hold on to what You got“- muss ich mal kurz hören und mitsingen…

Jedenfalls ist es ziemlich interessant, wie so ein Kreißsaal heutzutage aussieht- irgendwie garnicht medizinisch und im Rahmen des Möglichen auch gemütlich. Ausserdem ist gegenüber eine gute Pizzeria, die schon unsere Freundin mit heißer Ware versorgt hat. Und es ist linksrheinisch. Morgen schauen wir das nächste Krankenhaus an (linksrheinisch).

Hauptsache dem Kind gehts nicht wie diesem:

http://www.chilloutzone.to/video/is-this-real-life.html

Ich habe zu Weihnachten ein Buch geschenkt bekommen: Orkanfahrt- Kapitäne erzählen ihre besten Geschichten. Ich las das Buch innerhalb eines knappen Nachmittags und bestellte vom gleichen Autor ein weiteres: Sturmkap

Darin erzählt ein späterer Kapitäm von der seiner ersten und insgesamt der letzten Umrundung von Kap Hoorn durch ein frachttragendes Segelschiff- die Priwall. Zu meinem Bedauern benötigte ich für diese Buch auch nicht viel länger als für das erste. Bücher unter 300 Seiten sind eben nicht so meins.

Lustigerweise war der Autor ein ehemaliger Mitschüler: Stefan Krücken, der nun irgendwo an der Nordsee wohnt.

Nun, so spannend die Geschichten alle sind, kann man sich nur schwer vorstellen, wie hart und entbehrungsreich Seefahrt und Seemannschaft gewesen sein müssen: Trotz des Windes muss es furchtbar gestunken haben.

Die Schwangerschaft ist nun so weit, dass meine Frau der Meinung ist, dass eben langsam die inneren Organe, speziell der Mastdarm in die Ecke gedrängt werden. Nun ist es so, dass der menschliche Körper-ob wir wollen doer nicht- pro Tag etwa 2 Liter Flatulenzen, also Darmgase entwickelt. Und das riecht nicht gerade nach Veilchen und macht gerade beim Öffnen des Ventils einen Höllenlärm.

Ich persönlich war ja lange Zeit der Meinung, dass Frauen garnicht stinken können, meine damalige Freundin belehrte mich aber ziemlich unsaft eines Besseren, als ich die gerade von ihr benutzte Toilette betrat.

Lustig sind die diversen Variationen in der Nomenklatur der Flatulenz:

Pups, Pup, Furz, Knall, Geknatter usw.

Ähnlich sieht es aus mit der Nomenklatur des `grossen Geschäfts´. Ich wohnte noch bei meinen Eltern und es war Besuch da. Besagter Besuch, eine Cousine 2. Grades meiner Mutter (oder so) hatte einen kleinen Hund (Rasse natürlich) und wollte ihn Gassi führen: „So komm, Edda, wir gehen Drückerchen machen!“

Meine Brüder und ich platzten fast, während wir das Lachen unterdrückten, aber das adäquate Wort war gefunden.

Ich mache Drückerchen. Meine Frau pupst.

Ich finde das Wort nicht angemessen für das Ergebnis: Es ist oft laut und stinkt gemein. Ein Pups ist sowas neutrales, niedliches, rausgerutschtes. Wenn schon nicht vulgär furzt, so pupt sie doch wenigstens.

Bei Kindern wird das ganze sicher noch komplizierter: Babys riechen ja so toll, aber wenn ich da an die eiweishaltige Flüssignahrung denke, wird mir Angst und Bange um die olfaktorischen Achterbahnfahrten, die uns noch blühen. Gegen volle Windeln hilft nur ein luftdichter Mülleimer oder der direkte Weg zur Mülltonne im Hof. Die ist aber oft voll…..

Ich sehe mich schon wie weiland meinen Vater in der Tonne stehen, und mein Körpergewicht zu deren Kompression nutzend, auf die Windeln springen. Mjammm! Oder Windeln waschend! Lecker!

Aber ich glaube, wenn das kleine Würmchen nach PUPSEN und DÜCKERCHEN dann frisch gewickelt ist, und einem über den Pullover kotzt, dann ist mir das alles egal, und ich muss es einfach liebhaben.

Ich spiele schon eine Weile mit dem Gedanken, mir eine neue Kamera zu kaufen.

Für die tollen Babyfotos natürlich.

Ich glaube jeden Vater packt irgendwann das Bedürfnis oder vielmehr der Zwang, den süüüüüüssen Nachwuchs für sich, die Nachwelt und die Verwandschaft- im Extremfall sogar für peinliche Augenblicke bei der zukünftigen Hochzeitsfeier- mehr oder weniger professionell auf irgendein Speichermedium zu bannen.

Das zieht schon gewisse Kreise.

Besonders Schwiegervaters Wunsch nach einer Videokamera scheint langsam Formen anzunehmen. Gerade nachdem die digitalisierten Super-8-Filme an Weihnachten so einen Anklang fanden.

Video ist meins nicht so, aber gegen eine tolle Spiegelreflex (oder neumodisch SLR) habe ich nun nichts einzuwenden.

Heute Nacht hat es geschneit. Und für Kölner Verhältnisse recht ordentlich: So 5-8 cm werden es schon sein. Und als gegen Mittag auch noch ein bisschen Sonne schien, kribbelte es mir dermassen in den Fingern, dass ich meine alte Spiegelreflex herausnahm, zur Drogerie lief und zwei sündteure Schwarzweissfilme kaufte. Die waren noch ein bisschen haltbar (2010) und von der Firma AGFA-Gevaert.

Den Namen fand ich schon immer komisch, aber mir konnte niemand erklären, was das denn nun hiess. Heute kommt amn schnell an dieses Wissen (Akronym für Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation). Ich dachte immer, die hätten Pleite gemacht?! Speziell auch deswegen, weil die Röntgenfilme in der Uni klammheimlich von AGFA (Student) zu FUJI (nu´ bin ich Arzt) wechselten.

Egal. Tolles Licht!! Ich jachterte zum Roncalliplatz, auf den Dom herauf und nachher noch in die Altstadt und zum Waidmarkt. Ich verknipste gleich den ersten Film und fing den zweiten schon an.

Das war ein bisschen wie im Studium (als ich Ruinengrundstücke fotografiert habe).

Den Film habe ich schon zum Entwickeln gegeben, und die Bilder werde ich Euch dann mal zeigen. Köln im Schnee- das ist schon selten.

IKEA haben wir morgends auch schon geleert und die Möbel direkt in Schwiegervaters Auto geladen, der uns das Ganze lasiert. Ich hatte mir insgesamt gefühlte 20 Seitenteile (also wirklich alle, die auf Lager waren) der Regale angesehen und dis scheinbar besten herausgesucht.

Kaum ist FWN. da, wirft er einen Blick darauf und sagt: „Das ist aber krumm, bei dem, da brauchen wir Kitt und hier die ganzen Knasten…..“ Jetzt weiss ich, warum im Lager die Beleuchtung so schlecht ist!

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